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Die Senatorin für Kinder und Bildung

Senatorin Aulepp startet Großformat-Projektion im Denkort Bunker "Valentin"

04.10.2023

Bremens Senatorin für Kinder und Bildung, Sascha Karolin Aulepp, hat am heutigen Mittwoch (4. Oktober 2023), eine deckenhohe, großformatige Projektion im historischen Bunker der Gedenkstätte Denkort Bunker "Valentin" in Bremen-Farge per Knopfdruck gestartet.

Senatorin Sascha Karolin Aulepp und der Leiter der Landeszentral für politische Bildung Bremen, Dr. Thomas Köcher, vor der neuen Projektions-Installation im Bunker Valentin. Foto: Bildungsressort, Michael Schnelle
Senatorin Sascha Karolin Aulepp und der Leiter der Landeszentral für politische Bildung Bremen, Dr. Thomas Köcher, vor der neuen Projektions-Installation im Bunker "Valentin". Foto: Bildungsressort, Michael Schnelle

Die Landeszentrale für politische Bildung und die Bremer Projektionsfirma Urbanscreen haben mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in den vergangenen Monaten eine anspruchsvolle Installation entwickelt, mit deren Hilfe der sogenannte Depotteil des Bunkers "Valentin" inhaltlich in den Denkort integriert wird. Auf zwei Wandflächen werden Bilder der Baustelle und Film-Ausschnitte aus der Bauzeit in einer deckenhohen Projektion von circa 18 Metern gezeigt, begleitet von Audioaufnahmen.

Bilder und Film bilden die Perspektive der Täter ab: Es handelt sich um Aufnahmen, die der Blumenthaler Fotograf und Filmberichterstatter Johann Seubert im Sommer 1944 im Auftrag der Bauleitung angefertigt hat. Einzelne Arbeitsschritte werden im Detail fotografisch festgehalten, andere Aufnahmen zeigen die Baustelle in der Totalen als überwältigende technische Landschaft, die von deutschen Ingenieuren dirigiert wird. Die alltägliche Gewalt gegenüber den etwa 10.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern bildet sich darin nicht ab.

Die etwa zwölfminütige und zweisprachige Projektion beinhaltet deshalb eine zweite, textliche Ebene, in der den Stimmen der Ingenieure die Stimmen der Überlebenden collagenartig entgegengestellt sind. Dabei wird anfangs nicht sofort deutlich, wer aus welcher Perspektive spricht. Erst aus dem Kontext aller Stimmen, der Bilder von der Baustelle und Ausschnitten aus Dokumenten ergibt sich die komplexe Geschichte der Baustelle. Für künftige Besucherinnen und Besucher des Denkorts Bunker "Valentin" wird so die historische Situation auf der Baustelle auf innovative und bisher deutschlandweit einzigartige Weise sicht- und verstehbar.


Die Dimension der Halle lässt Foto-Projektionen von 18 Metern Höhe zu. Foto: Bildungsressort, Michael Schnelle
Die Dimension der Halle lässt Foto-Projektionen von 18 Metern Höhe zu. Foto: Bildungsressort, Michael Schnelle

Sascha Karolin Aulepp, Senatorin für Kinder und Bildung: "Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist notwendig, um Zukunft gerecht, menschenwürdig und solidarisch gestalten zu können. Auf einzigartige Weise erinnert die neue, großformatige Projektion der Gedenkstätte an die grausame Geschichte des U-Boot-Bunkers Valentin mit mehr als 1500 Todesopfern - und daran, dass es auch Täter und Profiteure dieser Unmenschlichkeit gab."

Dr. Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung (LzpB) Bremen:
"Die Geschichte des Bunkers auf verständliche Weise zu präsentieren, ist uns ein großes Anliegen und ein weiterer Schritt in Richtung Barrierefreiheit und Zugänglichkeit. Die Installation ist eine großartige Möglichkeit die Attraktivität des Denkort zu steigern – vor allem für Menschen, die einen visuellen Zugang zur Geschichte des Bunkers bevorzugen."

Die Landeszentrale für politische Bildung hat als Trägerin der Gedenkstätte im Kontext der Ausschreibung "Bremen Digital" eine Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für das Projekt "Digitale und barrierefreie Entwicklungen am Denkort Bunker Valentin" erhalten.

"Bremen Digital" ist ein Förderprogramm für die Kultur- und Veranstaltungsbranche. Eigentümerinnen und Eigentümer sowie und Betreiberinnen und Bertreiber von Veranstaltungs- und Kulturstätten, die für eine breite Öffentlichkeit zugänglich sind, konnten eine Förderung für zukunftsweisende Digitalisierungsvorhaben ab 100.000 Euro beantragen. Umgesetzt wird "Bremen Digital" von der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven. Die EU-Mittel wurden zur Unterstützung der Krisenbewältigung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie (REACT-EU) zur Verfügung gestellt.

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen die Fotos zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Bildungsressort, Michael Schnelle
Installation (jpg, 1.3 MB)
Eröffnung (jpg, 1.8 MB)

Ansprechpartnerin für die Medien:
Patricia Brandt, Pressesprecherin bei der Senatorin für Kinder und Bildung, Tel.: (0421) 361-10411, E-Mail patricia.brandt@bildung.bremen.de