Sie sind hier:

Der Senator für Inneres und Sport | Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz

Hundebesitzer sollen künftig Prüfungen ablegen

Gemeinsamer Gesetzesentwurf von Innen- und Gesundheitsbehörde in Vorbereitung

02.11.2023

In den ersten acht Monaten dieses Jahres haben in Bremen in 35 Fällen Hunde Menschen angegriffen und dabei verletzt. Nur in einem Fall handelte es sich um einen Hund von der sogenannten Rasseliste. Auf der Rasseliste stehen Bullterrier, Pit-Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und American Staffordshire Terrier sowie ihre Kreuzungen. Sie dürfen in Bremen nicht gehalten werden.

Innensenator Ulrich Mäurer: "Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die seit Jahren geltenden sogenannten Rasselisten nur eine trügerische Sicherheit vermitteln. Tatsächlich benötigen wir einen weitergehenden Ansatz, um tragische Beißunfälle wie am Mittwoch zu verhindern. Gemeinsam mit dem Gesundheitsressort werden wir noch in diesem Jahr, wie in der Koalitionsvereinbarung vereinbart, einen Gesetzesentwurf zum Ablegen einer Sachkundeprüfung für Hundehalter vorlegen. Künftig müsse dann jeder, der einen Hund hält, die erforderliche Sachkunde besitzen und dies vor allem auch nachweisen können. Der Gesetzentwurf muss von der Bürgerschaft verabschiedet werden. Die Details der Umsetzung werden aktuell ausgearbeitet.

Nach dem gestrigen Vorfall wird aktuell zudem geprüft, ob es möglicherweise weitere Vorfälle mit Hunden desselben Halters gegeben hat. Innensenator Mäurer: "Der Fall wird umfassend aufgeklärt."

"Ich halte einen Sachkundenachweis für Hundehalterinnen und Hundehalter für sehr sinnvoll, denn in der Regel liegt das Verhalten eines Hundes nicht an seiner Rasse, sondern am Verhalten der Besitzerinnen und Besitzer sowie deren Umgang mit den Tieren. Viele Hundehalterinnen und –halter sind weder in der Lage, die Bedürfnisse ihrer Tiere angemessen einzuschätzen und zu berücksichtigen, noch Grenzen zu setzen. Wichtig ist, dass die Nachweise regelmäßig kontrolliert werden. Dabei muss klar sein, dass die Personen, die den Sachkundenachweis nicht erbringen auch mit Konsequenzen rechnen müssen, denn sonst wäre die Verordnung zwar gut gemeint, würde aber nicht dabei helfen, solch einen furchtbaren Vorfall, wie gestern geschehen, zu verhindern", sagt Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz.

Ansprechpartnerinnen für die Medien: