Rede beim "Friedensgebet der Religionen" im Rathaus
19.01.2026Es ist ein starkes gemeinsames Zeichen für ein friedliches, weltoffenes, respektvolles und solidarisches Miteinander der Religionen in Bremen: Am gestrigen Sonntag (18. Januar 2026) versammelten sich erneut Vertreterinnen und Vertreter der acht Religionen Alevitum, Ba´hai, Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, Judentum und der Yeziden im Rathaus zum "Friedensgebet der Religionen". Bürgermeister Andreas Bovenschulte wertete das als "klares Zeichen für Zivilcourage und Zusammenhalt und gegen Hass und Hetze".
Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Gemeinsam schauen wir nicht weg, wenn andere aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Weltanschauung oder ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt werden, egal ob im Bus, in der Schule oder am Arbeitsplatz."
Bovenschulte betonte, dass die Religions- und Weltanschauungsfreiheit weltweit unter Druck stehe: Etwa drei Viertel der Menschen lebe in einem Land, das diese Grundfreiheiten missachte. Sie würden Opfer von Verfolgung und Diskriminierung nur aus dem einen Grund: Ihrer Religion oder weil sie keiner bestimmten Religion angehören. Der Umgang mit der Religionsfreiheit in einem Gemeinwesen sei allerdings ein Anzeichen dafür, wie es auch um den Schutz der Menschenrechte allgemein stehe.
Bovenschulte hob gleichzeitig hervor, dass es in Deutschland zwar eine staatlich garantierte Religionsfreiheit gebe. Das bedeute aber nicht, dass es nicht auch hier Antisemitismus oder Muslimfeindlichkeit gebe. Bovenschulte: "Hier ist jede und jeder einzelne gefragt: Zeigen wir Zivilcourage, wenn andere aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung angegriffen und ausgegrenzt werden." Er erinnerte daran, dass es zu den großen zivilisatorischen Errungenschaften zähle, in einer pluralen Gesellschaft zu leben, die unterschiedliche Überzeugungen zulässt und akzeptiert. Das gerate leider zu oft in Vergessenheit, so der Bürgermeister: "Das muss jeden Tag neu geübt und neu gelebt werden. Und genau das machen wir hier heute beim Friedensgebet der Religionen!"
Seit 2005 findet das Friedensgebet im Rathaus statt. Die Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Religionsgemeinschaften kommen in einem weltanschaulich neutralen, aber gleichzeitig öffentlichen Rahmen zusammen, um mit Gebeten oder Texten aus ihren Überlieferungen dafür zu bitten, die Menschen auf den Weg des Friedens zu führen. Dieses geschieht in gegenseitigem Respekt und Ehrfurcht vor dem, was den anderen heilig ist. Die Vertreterinnen und Vertreter beteten auf unterschiedliche Weisen zu ihrem Gott oder ihren Göttern. Nach jeder Präsentation wurde eine Kerze angezündet.
Johannes Gebbe von der katholischen Kirche moderierte in diesem Jahr das Interreligiöse Friedensgebet.
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