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Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

CO2-Emissionen im Land Bremen sinken, aber zu langsam

Fokus auf die Zielerreichung 2030

20.01.2026

Der Senat hat am heutigen Dienstag (20. Januar 2026) den Bericht über die Entwicklung der CO2-Emissionen im Land Bremen für das Berichtsjahr 2023 vorgelegt. Der Bericht zeigt: 2023 wurde 33,4 Prozent weniger klimaschädliches Kohlenstoffdioxid ausgestoßen als im Referenzjahr 1990. Damit wurde das Zwischenziel für 2023 auf dem Weg zur Klimaneutralität in Höhe von 35 Prozent um 1,6 Prozentpunkte unterschritten. Gegenüber 2022 wurde eine Minderung um 10 Prozentpunkte, was 1,36 Millionen Tonnen CO2 entspricht, erreicht.

Dazu die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Henrike Müller: "Der CO2-Bericht zeigt: Die Maßnahmen des Klimaaktionsplan wirken, der Rückgang der Emissionen gegenüber dem Vorjahr machen das deutlich. Zugleich macht der Bericht unmissverständlich klar, dass wir mit dem bisherigen Tempo die Klimaziele 2030 nicht erreichen werden. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Aktionsplan Klimaschutz 2.0 zu überprüfen und zu beraten, welche zusätzlichen Maßnahmen und welche Beschleunigungen notwendig sind. Wir sind gefordert, die bestehenden Instrumente weiterzuentwickeln und nachzuschärfen, damit die Klimaziele verlässlich erreicht werden können. "

Die Minderung der Emissionen ist im Wesentlichen auf die Abschaltung des Steinkohleblocks am Standort Hafen sowie auf die gesunkene Energieerzeugung und den damit verbundenen reduzierten Einsatz von fossilen Energiequellen im Sektor "Umwandlungsbereich zusammen" zurückzuführen. Hier wurden rund 1,2 Millionen Tonnen CO2 im Vergleich zum Vorjahr eingespart.

Die Emissionsminderung im Sektor "Sonstiger Bergbau, Gewinnung von Steinen und Erden, Verarbeitendes Gewerbe" um 161.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr beruht mit hoher Wahrscheinlichkeit vorrangig auf den unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen in diversen Wirtschaftszweigen sowie auf der Entwicklung der Energiepreise und dem gesteigerten Klimaschutz-Engagement der Unternehmen.

Im Sektor "Verkehr" wurde der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 41.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Die Abnahme der Emissionen könnte ein Hinweis auf eine verstärkte Nutzung emissionsarmer Fahrzeuge oder öffentlicher Verkehrsmittel – unterstützt durch die Einführung des Deutschlandtickets – sein.

Die Zielerreichung im Jahr 2030 mit einer Emissionsminderung von 60 Prozent gegenüber 1990 bleibt weiterhin ein sehr ambitioniertes Ziel. Daher braucht es jetzt eine Überprüfung und Anpassung der Maßnahmen des Aktionsplans Klimaschutz sowie ein engmaschiges Monitoring der Fortschritte im Klimaschutz, um auf bestehende und neue Herausforderungen flexibel reagieren zu können.

Eine nachhaltige und zielgerichtete Finanzierung bleibt angesichts einer angespannten Haushaltslage eine der größten Herausforderungen. Die Komplexität und Dringlichkeit der Klimatransformation erfordern hohe private und öffentliche Investitionen, um Innovationen voranzutreiben und Infrastrukturen auszubauen. Der Senat wird daher in den nächsten beiden Jahren Bundesmittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel einsetzen.

Mit dem Beschluss des Berichts hat der Senat auch dessen Weiterleitung an die Bremische Bürgerschaft (Landtag) beschlossen und alle Ressorts sowie den Magistrat Bremerhaven aufgefordert, weiterhin ambitioniert an der Umsetzung der Klimaschutzstrategie 2038 der Freien Hansestadt Bremen zu arbeiten, um die Erreichung der Klimaschutzziele für 2030 und 2038 zu ermöglichen.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de