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Innensenatorin Högl stellt Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vor

Deutlich weniger Straftaten im Land Bremen | Aufklärungsquote steigt überdurchschnittlich

04.03.2026

Innensenatorin Dr. Eva Högl, der Polizeipräsident der Polizei Bremen, Dirk Fasse, die Leiterin des Landeskriminalamtes, Petra van Anken, sowie der Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven, Volker Ortgies, haben heute (4. März 2026) die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt.

Eine gute Nachricht vorweg: Im Land Bremen sind im Jahr 2025 insgesamt 94.401 Straftaten abschließend in die Statistik eingeflossen. Das sind 10.983 Fälle weniger als im Vorjahr – ein Rückgang um 10 Prozent. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 49 Prozent und liegt damit über dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre (47 Prozent). In der Stadt Bremen sank die Zahl der Straftaten um 11 Prozent auf 79.494 Fälle, die Aufklärungsquote stieg auf 48 Prozent (Vorjahr: 45 Prozent).

Einzelne ausgewählte Delikte in der Stadt Bremen:

Weniger Raub und Straßenraub
Auch bei den Raubdelikten wirken die zahlreichen Maßnahmen der Polizei Bremen. Etwa der Einsatz der Mobilen Wache und einer temporären Videoüberwachung an sogenannten Hotspots wie der Breminale, dem Freimarkt und der Osterwiese. In der Stadt Bremen sanken die Raubdelikte um 12 Prozent von 1.118 auf 982 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg auf 49 Prozent (Vorjahr: 42 Prozent). Beim Straßenraub ging die Zahl um 10 Prozent von 625 auf 564 Fälle zurück. Hier kletterte die Aufklärungsquote auf 38 Prozent – weit über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 30,9 Prozent.

Soko "Junge Räuber" weiterhin erfolgreich
Die seit September 2023 eingerichtete Soko "Junge Räuber" bleibt damit auch weiterhin ein Erfolgsmodell. Bisher wurden 1.643 Ermittlungsverfahren geführt, davon 1.090 aufgeklärt – eine Quote von 66 Prozent. 526 Tatverdächtige wurden ermittelt, 98 Haftbefehle erwirkt, davon 83 vollstreckt.

Innensenatorin Dr. Eva Högl: "Die 'Soko Junge Räuber' ist ein voller Erfolg. 83 Haftbefehle vollstreckt, 526 Tatverdächtige ermittelt. Wir wollen, dass die Menschen in Bremen sicher sind – auf der Straße, am Bahnhof, in der Innenstadt. Deshalb führen wir die Soko fort."

Weniger Wohnungseinbrüche
Eine besonders positive Entwicklung zeigt sich bei den Wohnungseinbrüchen. In der Stadt Bremen konnte die Zahl um 17 Prozent auf 1.002 Fälle gesenkt werden (Vorjahr: 1.202). Fast jeder zweite Einbruch blieb im Versuchsstadium. Die Aufklärungsquote erreichte mit 12 Prozent einen Höchstwert im Zehn-Jahres-Vergleich (Vorjahr: 8 Prozent). Vor zehn Jahren lag die Zahl der Wohnungseinbrüche noch bei 2.600. Der Rückgang ist auch auf die gute Präventionsarbeit der Polizei und den vermehrten Einsatz privater Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen.

Polizeipräsident Dirk Fasse: "Die erneut gesunkenen Zahlen bei Wohnungseinbrüchen und die gestiegene Aufklärungsquote sind gute Signale: Unsere Präventions- und Ermittlungsarbeit zeigt Wirkung. Gleichzeitig investieren immer mehr Bremerinnen und Bremer selbst in Sicherheitstechnik und schützen ihr Zuhause aktiv."

Weniger Fahrraddiebstähle
Beim Fahrraddiebstahl ist ein deutlicher Rückgang um 22 Prozent von 6.270 auf 4.897 Fälle zu verzeichnen. Auch hier zeigen umfassende Präventionsmaßnahmen der Polizei Bremen und eigene Sicherheitsvorkehrungen der Bremerinnen und Bremer offenbar ihre Wirkung.

Innensenatorin Dr. Eva Högl: "Die Menschen nutzen die Möglichkeiten der Fahrradkodierung durch unsere Polizei. Außerdem nutzen die Bremerinnen und Bremer immer öfter die überwachten Fahrradparkhäuser und möglicherweise sind auch die neuen Möglichkeiten des Bike-Sharing ein Grund, warum weniger Fahrräder geklaut werden."

Weitere positive Entwicklungen in der Stadt Bremen
Der Diebstahl insgesamt ging um 16 Prozent auf 36.772 Fälle zurück (Vorjahr: 43.731). Die Aufklärungsquote erreichte mit 30 Prozent einen Höchstwert. Der Taschendiebstahl sank um 22 Prozent von 3.476 auf 2.722 Fälle. Die Zahl der vollendeten Tötungsdelikte sank von acht (2024) auf zwei, die Aufklärungsquote lag bei allen Delikten (vollendete und versuchte) bei 91 Prozent. Auch bei der Kinderpornografie ist ein Rückgang um 12 Prozent von 435 auf 385 Fälle zu verzeichnen.
Högl: "Die Zahlen zeigen: Der Einsatz der Polizei Bremen wirkt. Weniger Einbrüche, weniger Raub, weniger Diebstähle – und eine Aufklärungsquote, die über dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre liegt. Das ist eine gute Nachricht für die Menschen in Bremen."

Gesellschaftliches Klima schlägt sich in der Statistik nieder

Den positiven Entwicklungen stehen jedoch auch besorgniserregende Anstiege bei Gewaltdelikten gegenüber. Wirtschaftliche Belastungen, soziale Spannungen und eine zunehmende Verrohung im Umgang miteinander spiegeln sich auch in der Kriminalstatistik wider.

Högl: "Der Ton in unserer Gesellschaft ist rauer geworden. Das merken wir auf der Straße, das merken wir in den Familien, und das merken auch unsere Einsatzkräfte jeden Tag. Diese Entwicklung macht mir Sorgen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Gewalt und Aggression zur Normalität werden."

Messerangriffe
Die Zahl der Messerangriffe stieg um 36 Prozent von 389 auf 527 Fälle. In 250 Fällen wurden Messer im Zusammenhang mit Bedrohungen eingesetzt, die in Relation zum Vorjahr deutlich angestiegen sind. Der Anstieg von Messerangriffen verdeutlicht auch weiterhin die Notwendigkeit von Waffenverbotszonen in Bremen.

Gefährliche und schwere Körperverletzung
Hier stiegen die Fallzahlen um 32 Prozent von 1.503 auf 1.976 Fälle.

Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte
Die Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte stieg um 60 Prozent von 384 auf 615 Fälle. Ausschlaggebend waren vor allem deutlich mehr Widerstandshandlungen und tätliche Angriffe. Die Aufklärungsquote lag bei 97 Prozent. Auch die Gewalt gegen Rettungskräfte bleibt auf hohem Niveau: 39 Fälle wurden registriert (Vorjahr: 38).

Högl: "Polizistinnen und Polizisten gehen jeden Tag für uns in schwierige Situationen. Sie haben ein Recht darauf, nach dem Dienst gesund nach Hause zu kommen. 60 Prozent mehr erfasste Angriffe – das ist nicht hinnehmbar. Wir stehen hinter unseren Einsatzkräften und werden jeden einzelnen Fall konsequent verfolgen."

Häusliche Gewalt
Die Partnerschaftsgewalt stieg um 11 Prozent von 1.797 auf 2.002 Fälle. Rund 80 Prozent der Opfer sind weiblich, die Täter fast immer männlich. Bei der innerfamiliären Gewalt ist ein Anstieg um 7 Prozent von 830 auf 885 Fälle zu verzeichnen.

Högl: „Bei häuslicher Gewalt ist jeder Fall einer zu viel. Das Land Bremen hat mit dem ressortübergreifenden Landesaktionsplan zur Umsetzung der Istanbul Konvention bereits zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Opfer und zur Aufhellung des Dunkelfeldes auf den Weg gebracht. Finanziert durch das Gesundheitsressort haben die Polizeien ein Hochrisikomanagement aufgebaut und den Opferschutz intensiviert. Mit der elektronischen Fußfessel, die wir im neuen Polizeigesetz verankert haben, haben wir ein weiteres Instrument zum Schutz der Opfer von Hochrisikofällen geschaffen. Die hohen Fallzahlen zeigen jedoch auch, wie wichtig der Ausbau von Schutzmaßnahmen und die sehr gute Zusammenarbeit der Ressorts bleiben.“

Sexueller Missbrauch von Kindern
Die Fallzahlen stiegen um 7 Prozent von 145 auf 155 Fälle. Die Aufklärungsquote lag bei 84 Prozent. 93 Prozent der Täter sind Männer, ihr Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren.

Högl: "Kinder sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Jeder einzelne Fall erschreckt mich. Dass die Aufklärungsquote hoch ist, zeigt, dass die Polizei hier genau hinschaut. Gleichzeitig ist der Anstieg auch auf eine zunehmende Sensibilisierung und Anzeigebereitschaft zurückzuführen – und das ist gut so."

Bremerhaven

In Bremerhaven sank die Zahl der Straftaten um 7 Prozent von 15.730 auf 14.643 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg auf 52 Prozent (Vorjahr: 50 Prozent).

Besonders erfreulich: Die Wohnungseinbrüche gingen um 23 Prozent auf 275 Fälle zurück (Vorjahr: 359). Die Aufklärungsquote erreichte mit 15 Prozent den zweithöchsten Wert seit zehn Jahren. Auch beim Straßenraub (minus 18 Prozent auf 83 Fälle), beim Fahrraddiebstahl (minus 18 Prozent auf 452 Fälle) und beim Ladendiebstahl (minus 11 Prozent auf 1.299 Fälle) zeigten sich deutliche Rückgänge. Die Fallzahlen bei Kinderpornografie sanken um 31 Prozent von 155 auf 107 Fälle.

Der Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven, Volker Ortgies, wird die Ergebnisse für Bremerhaven in einer eigenen Pressekonferenz am Nachmittag im Detail vorstellen.

Fazit

Högl: "Bremen und Bremerhaven sind sicherer geworden – das belegen die Zahlen. Weniger Einbrüche, weniger Raub, weniger Diebstahl, und die Polizei klärt mehr Fälle auf als im Schnitt der vergangenen 25 Jahre. Gleichzeitig nehmen wir die Zunahme bei Gewaltdelikten sehr ernst. Wir werden auch künftig gezielte Schwerpunkte setzen – ob bei Messerangriffen, häuslicher Gewalt oder der Bekämpfung organisierter Kriminalität. Die Polizei Bremen und die Ortspolizeibehörde Bremerhaven haben gezeigt, dass konsequentes Handeln Ergebnisse bringt. Diesen Weg setzen wir fort."

Anmerkungen zur PKS: Die PKS ist eine Ausgangsstatistik. Sie erfasst die von der Polizei abschließend bearbeiteten Straftaten. Nicht erfasst werden Staatsschutzdelikte, Verkehrsdelikte und Straftaten, die außerhalb Deutschlands begangen wurden. Die Aussagekraft der PKS wird besonders dadurch eingeschränkt, dass der Polizei lediglich ein Teil der begangenen Straftaten bekannt wird (Hellfeld). Der Umfang des nicht bekannten Teils (des Dunkelfeldes) hängt von der Art des Delikts ab und kann sich unter dem Einfluss verschiedener Faktoren (zum Beispiel Anzeigebereitschaft der Bevölkerung, Intensität der Kriminalitätsbekämpfung, Änderungen des Strafrechts oder der statistischen Erfassung) auch im Zeitablauf ändern. Es kann daher nicht von einer feststehenden Relation zwischen tatsächlich begangenen und statistisch erfassten Straftaten ausgegangen werden. Die PKS bietet somit kein getreues Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität. Rund 31 Prozent der in der PKS 2025 erfassten Straftaten wurden bereits im Jahr 2024 oder früher verübt. Die PKS bildet das Hellfeld ab und liefert kein vollständiges Abbild der tatsächlichen Kriminalitätslage. Die Prozentangaben sind gerundet.

Ansprechpartner für die Medien:
René Möller, Pressesprecher bei der Senatorin für Inneres und Sport, Tel.: (0421) 361-9002, E-Mail: rene.moeller@inneres.bremen.de