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Senatskanzlei

Bürgermeister Bovenschulte: "Energiewende braucht stabilen Rahmen"

Rede bei der Konferenz "Windforce" in Bremerhaven

18.03.2026

Die deutsche Energiebranche steht nach Ansicht von Bürgermeister Andreas Bovenschulte vor besonderen Herausforderungen. Bei der Konferenz "Windforce" sagte er heute (18. März 2026) in Bremerhaven, der Iran-Krieg wie auch andere Konflikte würden überdeutlich aufzeigen, wie verwundbar Deutschland sei, wenn es an Öl und Gas festhalte.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Die weltpolitische Lage und die volatilen Energiepreise lassen keinen Zweifel: der Offshore-Ausbau muss schneller voranschreiten. Das ist im elementaren Interesse unserer Souveränität und unserer Wirtschaftskraft. Wer jetzt bremst, der riskierte nicht nur die Klimaziele, der riskiert auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.“

Die Straße von Hormus als maßgebliches Nadelöhr für Gas- und Öllieferungen ist vom Iran blockiert. Die Preise für Öl, Gas und Flüssiggas machen exorbitante Sprünge. Die sicherheits- und wirtschaftspolitische Relevanz der Energiewende werde gerade besonders deutlich. Nun gehe es darum, die richtigen Antworten zu finden. Die aktuellen Pläne der Bundesregierung, die unter anderem vorsehen, den Einspeise- und Anschluss-Vorrang für Erneuerbare Energien zu ändern, seien diese Antwort aber sicher nicht, mahnte Bovenschulte: "Ich sage sehr deutlich: Wir können uns keine weitere Ausbaudellen leisten. Wir befinden uns derzeit an einem kritischen Punkt, darum sind meine Erwartungen an die Bundesregierung auch ganz klar: Wir brauchen langfristige politische Ziele und stabile Rahmenbedingungen." Von zentraler Bedeutung sei dabei auch der Netzausbau. Bovenschulte: „Es darf nicht sein, dass Offshore-Windparks abgeregelt werden müssen, weil der Strom nicht zu den Verbrauchern im Süden transportiert werden kann.“

Den richtigen Weg hätten die Nordsee-Anrainer beim Nordsee-Gipfel im Januar in Hamburg vorgegeben: Das Ziel, bis 2025 auf 300 Gigawatt Offshore-Windstrom-Erzeugung zu kommen und dabei auch grenzüberschreitende Kooperationen einzugehen, um Projekte günstiger zu machen und zu beschleunigen. Auch müsse ein kontinuierlicher Ausbaupfand erreicht werden, um die Lieferketten für die erforderlichen Komponenten planbarer aufzustellen; starke Schwankungen könne diese Industrie nicht gut verkraften. Bovenschulte: "Die Bundesregierung muss den Ausbau der Windenergie deshalb mit klaren Ausbaupfaden und einer klugen Gesetzgebung unterstützen." Gleichzeitig brauche es auch eine leistungsfähige Infrastruktur, um den Ausbau bewerkstelligen zu können; das meine auch und gerade leistungsfähige Häfen.

Zugleich hob der Bürgermeister auch die industriepolitische Bedeutung der Windkraft-Branche hervor: Es gehe hier auch um technologische europäische Souveränität und Arbeitsplätze. Eine Mahnung sei etwa, dass der Netzbetreiber Tennet gerade Konverterstationen bei asiatischen Herstellern geordert habe. Lloyd Energy Bremerhaven strebe auch auf diesen Markt und führe entsprechende Gespräche. Bovenschulte: "Das Land Bremen ist nach wie vor bereit, gemeinsam mit dem Bund Projekte über das Sonderbürgschaftsprogramm für den Bau von Konverterplattformen abzusichern."

Ansprechpartner für die Medien:
Christian Dohle, Pressesprecher des Senats, Tel.: (0421) 361-2396, E-Mail: christian.dohle@sk.bremen.de