Stärkung der politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit
22.05.2026Bürgermeister Andreas Bovenschulte reist vom 23. bis 30. Mai 2026 in seiner Funktion als Präsident des Bundesrates nach Japan. Begleitet wird er von einer hochrangigen Delegation geleitet vom Präses der Bremer Handelskammer, André Grobien, der zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur aus Bremen angehören. Stationen der siebentägigen Reise sind Tokyo, Osaka, Kyoto und Kobe. Ziel der Reise ist es, die deutsch-japanischen Beziehungen in Zeiten geopolitischer Umbrüche und mit Blick auf die Stärkung der regelbasierten internationalen Ordnung zu vertiefen und die Zusammenarbeit auf der Ebene der Politik sowie in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Wissenschaft, Innovation und Hochtechnologie auszubauen.
Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte: "Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan sind von großer Bedeutung. Beide Länder verbindet eine enge Partnerschaft, die auf gemeinsamen Werten wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und dem Einsatz für Frieden basiert. Der regelmäßige Austausch stärkt nicht nur die bilaterale Zusammenarbeit, sondern trägt auch zur Bewältigung globaler Herausforderungen bei."
Zum Auftakt der Delegationsreise reist Bundesratspräsident Bovenschulte nach Tokyo, wo zunächst politische Gespräche im japanischen Ober- und Unterhaus stattfinden. Dazu gehört auch ein Treffen mit dem Präsidenten des Oberhauses (Sangiin) Masakazu SEKIGUCHI, auf dessen Einladung Bovenschulte nach Japan reist. Darüber hinaus sind Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern des japanischen Wirtschaftsministeriums METI sowie des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Technologie MEXT vorgesehen. Unter dem Motto der laufenden Bundesratspräsidentschaft "Viele Stärke. Ein Land" wird Bürgermeister Bovenschulte sowohl als Repräsentant Deutschlands als auch Bremens für eine stärkere Zusammenarbeit werben.
Ein Schwerpunkt der Reise liegt im Bereich Raumfahrt: In Tokyo besucht die Delegation die japanische Raumfahrtagentur JAXA. Der Besuch erfolgt in einer Phase des deutlichen Ausbaus der deutsch-japanischen Raumfahrtkooperation. Erst im vergangenen Jahr unterzeichneten das japanische Cabinet Office und das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt eine gemeinsame Erklärung zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich Raumfahrt.
Mit Unternehmen und Institutionen wie OHB, Airbus Defence and Space Bremen, ArianeGroup, DSI Aerospace, Polaris Raumflugzeuge sowie dem EcoMaT verfügt Bremen bereits über ein eng vernetztes Raumfahrt- und Innovationsökosystem. Die Reise soll daher auch genutzt werden, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter auszubauen – dies gilt auch insbesondere für den Besuch in Kobe.
Im weiteren Verlauf der Reise geht es für Bürgermeister Bovenschulte und die Delegation nach Osaka, Kobe und Kyoto. Bremen und Kobe sind bedeutende Industrie- und Innovationsstandorte mit starken Kompetenzen in den Bereichen Hafenwirtschaft, Luft- und Raumfahrt, Wasserstofftechnologien und Materialforschung. In den vergangenen Jahren wurde die Zusammenarbeit zwischen Bremen und Kobe gezielt ausgebaut – unter anderem durch Projekte im EcoMaT-Umfeld, Industriekooperationen sowie Vereinbarungen im Bereich Material- und Luftfahrttechnologien.
André Grobien, Präses der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven: "Bremen und Japan sind durch eine lange Tradition des Handels und der internationalen Offenheit verbunden. Beide setzen auf Verlässlichkeit, technologische Stärke und enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Mit seiner maritimen Wirtschaft, einer eng vernetzten Forschungslandschaft und mehr als 140 Unternehmen der Luft- und Raumfahrt gehört Bremen zu den bedeutendsten Industrie- und Innovationsstandorten Europas. Diese Stärken wollen wir in Japan einbringen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter ausbauen. In Kobe wollen wir die bestehenden Kontakte vertiefen und neue Partnerschaften anstoßen."
Darüber hinaus stehen Besuche an den Universitäten in Osaka und Kyoto auf dem Programm. Die Universität Bremen pflegt bereits seit vielen Jahren Kooperationen mit mehreren Universitäten in Japan – unter anderem in den Bereichen Raumfahrt, Informatik, Meereswissenschaften und inklusive Pädagogik. Auch die Hochschule Bremen ist mit zahlreichen Partnerhochschulen in Städten wie Tokyo und Kyoto eng vernetzt und beschäftigt sich in den Integrierten Ostasienstudien intensiv mit Japan.
Auch der kulturelle Austausch spielt auf der Reise eine wichtige Rolle. Wie Bremen wurde die japanische Stadt Okayama im Jahr 2023 in das Netzwerk der UNESCO Creative Cities of Literature aufgenommen. Ziel der Reise ist es, den internationalen Austausch zwischen Kulturakteuren zu stärken und Bremens Kreativszene in den Bereichen Literatur, Musik, Film, Kunst und Design weiter international zu vernetzen.
Ansprechpartner für die Medien:
Christian Dohle, Pressesprecher des Senats, Tel.: (0421) 361-2396, E-Mail: christian.dohle@sk.bremen.de