Bundesratspräsident Bovenschulte wirbt in Tokyo für enge Zusammenarbeit
26.05.2026Im Rahmen der Bremer Bundesratspräsidentschaft hält sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte derzeit auf Einladung seines Amtskollegen Masakazu Sekiguchi, Präsident des Oberhauses (Sangiin), zu einer einwöchigen Reise in Japan auf und führte am 25. und 26. Mai 2026 hochrangige Gespräche in der Hauptstadt. Im Mittelpunkt stehen Herausforderungen und Chancen der Kooperation in Politik, Wirtschaft und bei globalen Herausforderungen.
Bovenschulte und Sekiguchi betonten bei ihrem Treffen am Montag die Rolle der zweiten Kammern bei der Kooperation zwischen Deutschland und Japan. Neben dem Austausch auf Ebene der Regierungen seien der interparlamentarische Dialog und insbesondere die Zusammenarbeit auf Ebene der Länder und Kommunen zentral für die Verständigung der beiden Staaten. Beide Länder hätten gleiche Stärken, teilten gleiche Werte und stünden sich ähnlichen Herausforderungen gegenüber, zum Beispiel etwa beim Wirtschaftswachstum, der Bevölkerungsentwicklung und mit Blick auf die schwierige internationale Lage.
Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte: "Als demokratische Rechtsstaaten teilen wir dieselben Werte und verfolgen international die gleichen, multilateralen Zielsetzungen. Mit unserer leistungsfähigen industriellen Basis und unseren Hightech-Standorten bringen Japan und Deutschland ähnliche Stärken in die globalisierte Welt ein. Wir stehen aber auch vor ähnlichen Herausforderungen. Zusammen können wir voneinander lernen und unsere Stärken als verlässliche Parter einbringen. VIELE STÄRKEN – EIN LAND: Dieses Motto der Bremer Bundesratspräsidentschaft beschreibt genau diesen Gedanken. Es steht für den deutschen Föderalismus, für die Vielfalt unserer Länder, für das Miteinander – und zugleich für die Überzeugung, dass wir gemeinsam stärker sind als allein."
Möglichkeiten für eine stärke Kooperation waren auch Thema am Dienstag beim Austausch zwischen dem Bundesratspräsidenten und dem Präsidenten des japanischen Unterhauses (Shugiin), Eisuke Mori. Darüber hinaus sprachen beide über den Konflikt in der Ukraine und die Lage im indopazifischen Raum. Im Anschluss an das Treffen war Bovenschulte bei der deutsch-japanischen Parlamentariergruppe des Unterhauses zu Gast und beantwortete Fragen zur Rolle des Bundesrates und aktuellen politischen Themen in Deutschland.
Neben Möglichkeiten der politischen Kooperation widmete sich der Bundesratspräsident den Perspektiven der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dazu führte Bovenschulte Gespräche mit dem Minister für Wachstumsstrategie und Start Ups, Minoru Kuichi, und Wissenschafts- und Technologieminister Yohei Matsumoto. Hierbei ging es ebenso wie bei einem Termin im japanischen Wirtschafts- und Industrieministerium insbesondere um die Zukunftsfelder Raumfahrt und Satellitentechnik: Die Gesprächspartner unterstrichen ihr gegenseitiges Interesse, die Zusammenarbeit von Firmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Japan zu intensivieren. Am Mittwoch besucht der Bundesratspräsident zusammen mit der Bremer Wirtschaftsdelegation die Japanische Raumfahrtagentur JAXA.
Bundesratspräsident und Bürgermeister Bovenschulte: "Wir möchten die Zusammenarbeit mit Japan weiter ausbauen – in der Industrie, in Forschung und Entwicklung, im Bereich New Space, bei Satellitentechnologien und bei zukünftigen Anwendungen. Ich bin überzeugt, dass zwischen Japan und Deutschland großes Potenzial für weitere gemeinsame Projekte besteht. Deshalb freue ich mich eine so starke Delegation dabei zuhaben, die insbesondere den Luft- und Raumfahrt Standort Bremen so hervorragend repräsentiert"
Die Reise wird begleitet wird von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter insbesondere aus dem Luft- und Raumfahrtsektor wie OHB, Airbus Defence and Space Bremen, Ariane Group, DSI Aerospace, Polaris Raumflugzeuge, Rheinmetall sowie dem Ecomat. Der Besuch bei der JAXA erfolgt in einer Phase des deutlichen Ausbaus der deutsch-japanischen Raumfahrtkooperation. Grundlage hierfür ist die 2025 in Berlin unterzeichnete gemeinsame Erklärung zwischen dem japanischen Cabinet Office und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich Raumfahrt. Im Fokus stehen Erdbeobachtung, X-Band-Radartechnologien, Laserkommunikation, Space Situational Awareness, ISS-Nachfolgeprogramme, New Space sowie resiliente und sichere Weltrauminfrastrukturen.
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