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Senatskanzlei | Der Senator für Kultur

Senatsmedaille für Prof. Dr. Konrad Elmshäuser

Langjähriger ehemaliger Leiter des Bremer Staatsarchivs wird ausgezeichnet

30.06.2026

Der Senat hat heute (30. Juni 2026) beschlossen, Prof. Dr. Konrad Elmshäuser, ehemaliger Leiter des Bremer Staatsarchivs, die Bremische Medaille für Kunst und Wissenschaft zu verleihen. Anlass ist die Würdigung seiner kulturellen und wissenschaftlichen Verdienste und seines weit reichenden Ansehens als prägende Persönlichkeit im Bereich des Archivwesens und der historischen Forschung, heißt es in der Begründung zum Senatsbeschluss. Elmshäuser war im April in den Ruhestand verabschiedet worden.

Prof. Dr. Konrad Elmshäuser.
Prof. Dr. Konrad Elmshäuser. Foto: Staatsarchiv Bremen

Bürgermeister und Kultursenator Dr. Andreas Bovenschulte würdigte den promovierten Historiker, der in Bremen seit 1996 im Staatsarchiv tätig war und dieses seit 2003 leitete, und hob besonders den "unermüdlichen Einsatz von Konrad Elmshäuser für das Gedächtnis der Freien Hansestadt Bremen" hervor. "Sein Einsatz, die Vergangenheit Bremens aufzuarbeiten und zu bewahren, hat in den vergangenen 30 Jahren deutliche und prägnante Spuren in der Bremer Historie hinterlassen. Konrad Elmshäuser hat sich äußerst verdient gemacht mit seinem Einsatz für die Anerkennung von Rathaus und Roland als UNESCO-Weltkulturerbe. Auch der Erwerb der 'Kundigen Rolle' von 1489 als Quelle der Stadtrechtsgeschichte und anderer wichtiger historischer Quellen sowie Bestände gelang unter seiner Regie. Man kann also mit Fug und Recht behaupten: Konrad Elmshäuser hat nicht nur die Bremer Historie geprägt, sondern auch aktiv die Zukunft des Bremer Staatsarchivs vorbereitet. Dafür gebührt ihm unser aller Dank und die Auszeichnung mit der Bremischen Medaille für Kunst und Wissenschaft."

Der 1959 im hessischen Marburg geborene Elmshäuser studierte ab 1980 Geschichte und Germanistik an der Universität Bremen. Nach der Dissertation (1989), dem Archivreferendariat und einer ersten Tätigkeit im Staatsarchiv Stade kehrte er 1996 zum Staatsarchiv Bremen zurück, das er seit 2003 leitete.

Für die Anerkennung von Rathaus und Roland als UNESCO-Weltkulturerbe hat Elmshäuser einen wichtigen Beitrag geleistet. 2023 folgte die Aufnahme von Bremer Dokumenten zur Geschichte der Hanse in das internationale Register zum Weltdokumentenerbe. Als Vorsitzender der Historischen Gesellschaft Bremen (seit 2004) sowie des Kuratoriums der Wilhelm und Helene Kaisen-Stiftung und in anderen Funktionen trägt Elmshäuser regelmäßig historische Themen in die Stadtgesellschaft.

Sein wissenschaftliches Werk umfasst unter anderem die in einem großen Verlagshaus als Taschenbuch erschienene "Geschichte Bremens" sowie den von ihm mitverantworteten Sammelband "Der Stadtstaat – Bremen als Paradigma". In Ausstellungen behandelte das Staatsarchiv Bremen während seiner Amtszeit wichtige Themen, darunter "700 Jahre Bremer Recht" (2003), "Glaube und Politik – Dokumente zur Reformation in Bremen" (2017) sowie "Langemarck und Langemarckstraße - missbrauchte Geschichte oder gemeinsames Gedenken?" (2025).

Der Erwerb historisch wertvoller Einzelstücke für das Staatsarchiv Bremen ist ebenso mit dem Namen Elmshäuser verbunden, namentlich die "Kundige Rolle" von 1489, eine wichtige Quelle der Stadtrechtsgeschichte, und die Karte Bremens und seines Landgebiets von 1748. Auch die digitalen Herausforderungen der Gegenwart sind unter seiner Hausleitung angegangen worden: Mit der Archiv-IT ARCINSYS bietet das Staatsarchiv Bremen zeitgemäße Recherchemöglichkeiten; die Beteiligung Bremens an der "Digitale Archivierung Nord" sorgt für den dauerhaften Erhalt digitaler Verwaltungsunterlagen. Jahr für Jahr stellt das Staatsarchiv Bremen mehr Quellen online zur Verfügung, bald auch die Vorgänge zur Entschädigung von NS-Unrecht. Der von Elmshäuser vorbereitete Magazinneubau des Staatsarchivs wurde vom Bund als Nationales Projekt des Städtebaus prämiert, er soll 2028 fertiggestellt werden und wird die dringend benötigten Erweiterungsflächen für die Restmengen analogen Schriftguts schaffen.

Doch nicht nur auf Landesebene hinterließ Elmshäuser seine Spuren. Seit 2009 vertritt er die deutschen Archive im Nominierungskomitee des UNESCO-Weltdokumentenerbe "Memory of the World". Seit 2024 leitet Elmshäuser dieses Gremium; er ist persönliches Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und Mitglied in deren Kulturausschuss. Dieses Engagement setzt Elmshäuser trotz seines Eintrittes in den Ruhestand fort.

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