Rede bei der Einweihung des ersten Klimaturms Bremens
30.06.2026Auf der Bremer Überseeinsel wurde heute (30. Juni 2026) Bremens erster "Klimaturm" in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um eine Großwärmepumpe des Bremer Unternehmens Towergy GmbH, Bauherr ist die "Stadt.Energie.Speicher GmbH". Bürgermeister Andreas Bovenschulte nannte den Klimaturm eine echte Innovation. Zum Jahresende will Towergy in Bremerhaven mit der Serienproduktion beginnen.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Für die Klimawende brauchen wir innovative Ideen, neue Technologien und mutige Unternehmer, die bereit sind, in beides zu investieren. Bei dem Klimaturm trifft das alles aufeinander. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass der Klimaturm sich gerade im verdichteten, urbanen Raum durchsetzt und einen relevanten Beitrag zur umweltfreundlichen Wärmeversorgung in unseren Städten leisten wird. Dass die Technologie made in Bremen ist, freut mich als Bürgermeister natürlich ganz besonders."
Der Klimaturm ist eine großformatige und skalierbare Luft-Wasser-Großwärmepumpe. Sie ist aufgrund ihrer Kompaktheit und vertikalen Ausrichtung auch für bereits dicht bebaute Wohngebiete geeignet: Mehr als die Fläche von zwei Parkplätzen sind nicht erforderlich. Dafür kann sie je nach Auslegung und Heizsystemen der versorgten Wohnungen bis zu 300 Wohneinheiten mit Wärme versorgen. Zugleich ist sie aufgrund ihrer Bauweise und der Abluft nach oben besonders leise. Die modulare Bauweise ermöglicht nach Angaben von Towergy eine kurze Bauzeit von nur etwa drei Monaten.
Für Bremen sei das System Klimaturm nach Ansicht von Bürgermeister Bovenschulte besonders geeignet. Die verglichen mit anderen Großstädten eher weniger dichte Bebauung lässt den wirtschaftlich flächendeckenden Fernwärme-Ausbau schwierig werden. Auch sind Teile der Stadt aufgrund der städtebaulichen Struktur schwer mit Fernwärmeleitungen zu erschließen. In vielen solcher Gebiete könnte vieles über regionale Wärmenetze mittels Klimaturm sprechen: "Er stößt in die Lücke zwischen zentraler Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen an jedem Haus."
Bovenschulte betonte, dass die Stadt innovative und örtlich angepasste Lösungen wie etwa lokale Erdwärmenetze oder auch den Bau von Klimatürmen unterstützen werde – etwa durch die Genehmigung, die jeweils erforderliche Infrastruktur zu errichten oder erforderliche Bohrungen vorzunehmen. Bovenschulte: "Wichtig ist, dass wir zügig innovative Lösungen für diejenigen Gebiete der Wärmeplanung entwickeln, die nicht eindeutig der Fernwärme oder der dezentralen Versorgung zugeordnet wurden – und in diesen Prüfgebieten kann der Klimaturm eine mögliche Lösung sein."
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