Eine internationale Dialogveranstaltung bringt vom 30. Juni bis 2. Juli 2026 weltweite Expertise nach Bremen. Im Mittelpunkt stehen Start-ups und die Selbstständigkeit vor allem junger Menschen – als Eintrittsweg in die Berufstätigkeit, als Chance für finanzielle und soziale Selbstbestimmung und als Faktor für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Kommunen.
Zu der Veranstaltung mit dem Titel "Gründung und Innovation: Arbeitsmarktchancen und Perspektiven für junge Menschen" im Haus der Wissenschaft reisen rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus deutschen Kommunen und aus Kommunen des Globalen Südens an. Im Einzelnen aus Choma (Sambia), eThekwini Municipality (Südafrika), Priboj (Serbien), Rwamagana District (Ruanda), Tetovo (Nordmazedonien) und Windhoek (Namibia) sowie aus Dortmund, Heidelberg, München und Neumarkt i.d. Oberpfalz. Bremen ist gastgebende Kommune und hat das Thema gemeinsam mit dem Starthaus Bremen und Bremerhaven bei Connective Cities vorgeschlagen.
Die Dialogveranstaltung ist der Beginn eines einjährigen Lernprozesses von Connective Cities, einer internationalen Plattform für nachhaltige Kommunalentwicklung. Connective Cities ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Engagement Global mit ihrer ¬Servicestelle Kommunen in der ¬ Einen Welt (SKEW) und den kommunalen Verbänden. Es wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt. Die Lernprozesse kombinieren Präsenzveranstaltungen, Online-Workshops und Fachaustauschreisen und bieten kommunalen Fachleuten einen Rahmen für Fachaustausch, kollegiale Beratung und das gemeinsame Entwickeln von Projektideen.
Dr. Annette Lang, Referatsleiterin Internationale Kooperationen und Entwicklungszusammenarbeit der Senatskanzlei Bremen, verwies auf die starke Unterstützungskultur für Innovation und Gründung in Bremen – mit Akteuren wie dem Starthaus Bremen und zielgerichteten Angeboten. Dabei arbeitet die Stadt eng mit ihren Partnerkommunen Windhoek (Namibia) und eThekwini (Südafrika) zusammen.
Es folgten Eindrücke aus Namibia: Sam Shafiishuna Nujoma, Gouverneur der Hauptstadtregion Khomas, betonte in seiner Videobotschaft die Bedeutung, die junges Gründertum für die Entwicklung seiner Region hat. "Wenn eine junge Namibianerin ein Unternehmen gründet, schafft sie nicht nur ein Einkommen für sich selbst. Sie schafft auch Arbeitsplätze für andere, Würde für ihren Haushalt und Zuversicht in ihrer Gemeinschaft", so der Gouverneur.
Leonora Joodt, Leiterin der Abteilung für Entwicklung und Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen in Windhoek (Section Head SME Development and Promotion, City of Windhoek) zufolge, geht es für die Kommune vor allem darum, junge Menschen zu motivieren und Akteure zu koordinieren.
Professor Dr. Jörg Freiling, Leiter des LEMEX-Lehrstuhls für Mittelstand, Existenzgründung und Entrepreneurship der Universität Bremen ordnete das Thema aus wissenschaftlicher Perspektive ein. Ziel sei es, systemische Veränderungen in Gesellschaften wirklich zu verstehen werden und herauszufinden, was Menschen künftig brauchen. Viele Studierende zeigen den Innovationsgeist, diese Zukunft zu gestalten. Die Universität biete einen Rahmen und Experimentierfelder, um im Wechselspiel aus Forschen, Lernen und eigenem Entwickeln von Ideen innovative Kompetenzen als Unternehmerinnen und Unternehmer ausbilden.
Im Gallery-Walk stellen die Kommunen ihre gute Praktiken vor. Berichtet wurde bereits von One-Stop-Angeboten und Gründerzentren (etwa Windhoek, München oder Rwamagana District) mit Trainings, Netzwerkaktivitäten und Events, aber auch konkreter Hilfe etwa beim Zugang zu Finanzierung. Berichtet wurde von zielgerichteten Angeboten für Frauen oder auch migrantische Unternehmerinnen und Unternehmer (zum Beispiel Dortmund und München). Berichtet wurde von Ansätzen, die jungen Unternehmerinnen und Unternehmern Flächen, Ressourcen und Infrastruktur zur Verfügung stellen, um unternehmerisch aktiv werden und konkurrenzfähig agieren zu können (etwa eThekwini). Besonderes Potenzial zeigen Aktivitäten, die Gründungsförderung mit Zielen einer nachhaltigen Entwicklung verknüpfen und zum Beispiel Themen wie ein verbessertes Abfallmanagement oder Ernährungssicherheit adressieren.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wird im Format kollegialer Beratung an konkreten Lösungen für die Herausforderungen in den einzelnen Kommunen gearbeitet.
Exkursionen zum Starthaus Bremen und Bremerhaven und ein Abendempfang im Bremer Rathaus ergänzen das Programm.
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