Landesenergiekartellbehörde legt Untersuchungsbericht vor | Vier kleinere Netze werden weiter geprüft
03.07.2026Die Landesenergiekartellbehörde hat ihre im Herbst 2025 gestartete Untersuchung der Fernwärmepreise im Land Bremen abgeschlossen. Die Ergebnisse sind jetzt in einem Bericht veröffentlicht (umwelt.bremen.de/).
Verbraucherinnen und Verbraucher in Bremen und Bremerhaven können ihr Fernwärme-Versorgungsunternehmen nicht frei wählen. Ein Wechsel der Heizungstechnik ist oft nicht möglich oder mit hohen Kosten verbunden.
Dr. Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft betont: "Unsere Wärmeplanung zeigt, wie wichtig Fernwärme für die Wärmewende ist. Es ist entscheidend, dass der eingeschränkte Wettbewerb beim Vertrieb von Fernwärme nicht zu überhöhten Preisen führt. Die Untersuchung der Landesenergiekartellbehörde sorgt für mehr Transparenz und ist eine Grundlage, um auffällige Preisentwicklungen genauer zu prüfen."
Im Rahmen der Untersuchung wurden 31 Fernwärmnetze von sechs Versorgern in Bremen und Bremerhaven analysiert. Die Zusammenarbeit mit der Landeskartellbehörde Niedersachsen ermöglichte es, auch deren Ergebnisse in die Bewertung der Netze einzubeziehen.
Bei vier kleineren Fernwärmenetzen wird die Landesenergiekartellbehörde noch einmal vertieft prüfen. Die betreffenden Unternehmen wurden zur Darlegung der Gründe für die auffällig hohen Erlöswerte aufgefordert.
Die Netze der swb sind in der Untersuchung nicht negativ aufgefallen – auch nicht im Zusammenhang mit der Preiserhöhung in Bremen ab April 2025, bei der sukzessive bisherige Fernwärmeverträge ordentlich gekündigt und neue Verträge mit erhöhtem Grund- und Leistungspreis angeboten werden. Zwar steigen die Kosten für die Kundinnen und Kunden, doch das Preisniveau liegt noch nicht im auffälligen Bereich.
Die jetzige Rechtslage sieht jedoch nur eine Missbrauchskontrolle von bereits umgesetzten Preiserhöhungen vor. Deshalb fordert Senatorin Müller: "Für einen wirksamen Schutz vor überhöhten Preisen muss die Bundesregierung endlich eine Regulierung durch die Bundesnetzagentur einführen."
Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de