Bremen setzt Zeichen für Klimaschutz und Artenvielfalt | Mitmachbaustellen laden zur aktiven Beteiligung ein
30.07.2026Der Lucie-Flechtmann-Platz in der Bremer Neustadt wird grüner – und alle können mitmachen: Am 3. August 2026 starten die Bauarbeiten auf der "Kleinen Lucie" am Lucie-Flechtmann-Platz in der Neustadt. Seit 2013 hat sich der Lucie-Flechtmann-Platz durch das Engagement des Vereins Kultur-Pflanzen und vieler Nachbarinnen und Nachbarn von einer kaum genutzten Fläche zu einem beliebten Treffpunkt und Gemeinschaftsgarten entwickelt.[LKH(1.1] Jetzt wird auch der letzte, rund 700 Quadratmeter große, versiegelte Bereich an der Westerstraße entsiegelt und an den Garten des Projektes "Ab geht die Lucie!" angeschlossen.
Dort, wo bisher noch graue Steine und Beton das Bild bestimmten, entsteht ein neuer, lebendiger Piko-Park für alle mit Sitzgelegenheiten, Trockenmauern, Totholz, Sandarium und Nisthilfen für Insekten und Vögel. Neue Hecken, Sträucher, Stauden und kleine Wiesen ergänzen den Bestand der Amberbäume und sorgen für noch mehr Grün und Schatten. Ziel ist es, gemeinsam mit den Menschen vor Ort einen Ort zu schaffen, der Artenvielfalt fördert, das Klima verbessert und zum Verweilen einlädt. Ein Haupt- und ein Nebenweg werden als wassergebundene Wegedecke durch den Piko-Park führen.
Ein zentrales Element des Projekts ist die Installation einer Zisterne mit einem Speichervolumen von 15 Kubikmetern, die künftig die Bewässerung des Parks sowie des anschließenden Gartens sichert. Das Regenwasser wird vom Dach des benachbarten Unternehmens KSB Service GmbH gesammelt und in die Zisterne geleitet – ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung und zur Entlastung der Kanalisation bei Starkregen. Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt für grundstücksübergreifendes Regenwassermanagement in Bremen. Die Planung und Realisierung findet in enger Abstimmung mit dem Amt für Straßen und Verkehr, Hansewasser Bremen GmbH sowie Wesernetz Bremen GmbH statt.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Mit dem neuen Piko-Park und der Zisterne auf der kleinen Lucie zeigen wir, wie moderner Klimaschutz und mehr Lebensqualität Hand in Hand gehen können. Hier wird nicht nur die Artenvielfalt gefördert und das Mikroklima verbessert – wir sorgen auch dafür, dass Regenwasser besser versickern kann und die Stadt bei Hitze und Starkregen entlastet wird. Gleichzeitig entsteht ein lebendiger Treffpunkt für die Nachbarschaft, an dem gemeinsames Lernen, Umweltbildung und Miteinander im Mittelpunkt stehen."
Die Umgestaltung der "Kleinen Lucie" ist Teil der stadtweiten Aktion "Bremen pflastert ab!". Mit dieser Kampagne ruft die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Henrike Müller, alle Bremerinnen und Bremer, Unternehmen und Vereine dazu auf, Flächen zu entsiegeln und zu begrünen. Bremen ist im bundesweiten Wettbewerb schon ganz vorne mit dabei und setzt mit Projekten wie dem neuen Piko-Park ein starkes Zeichen für natürlichen Klimaschutz und lebenswerte Stadtentwicklung.
Alle, die Lust haben, können bei vier Mitmachbaustellen während der Bauphase selbst mit anpacken und erleben, wie aus Grau wieder Grün wird. Die Termine werden rechtzeitig auf www.lucie-bremen.de bekanntgegeben.
Der Gestaltungsplan wurde in den vergangenen Monaten im Rahmen eines Beteiligungsprozesses mit dem Büro Baumrausch GmbH & Co. KG entwickelt und geht nun in die Umsetzungsphase.
Am 3. August 2026 beginnen auf der kleinen Lucie die Tiefbauarbeiten mit der Entsiegelung des Platzes sowie der anschließenden Bodenauftragung. Daraufhin folgt der Bau der Trockenmauern sowie die Bepflanzung des Platzes. Außerdem ist für September der Einbau der Zisterne geplant. Die Fertigstellung der kleinen Lucie ist aktuell für Oktober geplant.
Die Projektleitung für die Kleine Lucie übernimmt der Verein Kultur-Pflanzen. Das Regionalbüro Natürlicher Klimaschutz im Land Bremen übernimmt koordinierende Aufgaben. Dieses warb unter anderem die Fördermittel des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Förderprogramms Natürlicher Klimaschutz in Kommunen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz ein, über die das Projekt zum überwiegenden Teil finanziert wird. Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft trägt den Eigenanteil aus Mitteln der Biodiversitätsstrategie der Stadt. Die Zisterne wird aus dem Länder-und-Kommunal-Infrastrukturgesetz finanziert.
Weitere Informationen zu "Bremen pflastert ab!", Mitmachbaustellen und zur Teilnahme am Wettbewerb finden Sie unter: www.bremen-pflastert-ab.de, www.lucie-bremen.de sowie www.umwelt.bremen.de
Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de