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Senatskanzlei | Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Senatskommission Wohnungsbau begrüßt Zwischenbilanz zum Bremer Weg

02.09.2026

Bremen macht Bauen einfacher. Die Senatskommission Wohnungsbau hat am gestrigen Dienstag (1. September 2026) die Zwischenbilanz zum "Bremer Weg zum kosteneffizienten und zukunftsfähigen Bauen” begrüßt, das Herzstück: die neue Landesbauordnung. Der Senat hat sie am 18. August 2026 beschlossen, jetzt liegt sie bei der Bürgerschaft. Zum 1. Januar 2027 soll sie gelten. Architektenkammer und Ingenieurkammer Bremen stehen ausdrücklich hinter dem Vorhaben – beide haben im Bremer Weg von Anfang an mitgearbeitet.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Wir müssen in Zukunft schneller und preiswerter bauen. Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern auch für das Bauen im Bestand, also die Sanierung und den Ausbau von bestehenden Gebäuden. Die Modernisierung unseres Bauordnungsrechts ist dafür ein zentrales Instrument. Deshalb danke ich allen, die sich in den kommenden Monaten bei der Novellierung der Landesbauordnung mit ihrem Fachwissen eingebracht haben, insbesondere dem Bauressort, der Architekten- und der Ingenieurkammer.

Was sich ändert: Genehmigungen gehen schneller durch. Bremer Sonderregeln fallen weg. Und die neue Umbauordnung macht möglich, woran bisher fast jedes Projekt scheiterte: Aus alten Gebäuden neue Wohnungen zu machen, ohne dass die Vorschriften den Umbau zu teuer machen. Parallel wird auch das Mobilitäts-Bau-Ortsgesetz überarbeitet, ebenfalls zum Jahreswechsel.

Bausenatorin Özlem Ünsal: "Das ist ein großer Meilenstein. Und einer, den wir uns gemeinsam erarbeitet haben – über Ressortgrenzen hinweg, mit den Kammern, mit der Bauwirtschaft. Wer in Bremen bauen will, soll bauen – mit Tempo und wenig Hürden. Bezahlbares Wohnen entscheidet, ob eine Stadt zusammenhält. Alles, was Verfahren kürzer macht, jede Auflage, die wir streichen können, ohne bei Sicherheit und Qualität Abstriche zu machen, kommt am Ende bei den Mieterinnen und Mietern an und spart Kosten für den Wohnungsbau”

Die neue Landesbauordnung ist dabei über Monate hinweg gemeinsam mit denen entstanden, die tagtäglich damit arbeiten müssen: Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieure. Beide Kammern haben sich in der Anhörung überaus konstruktiv eingebracht, in den Fachgruppen aktiv mitgearbeitet und aus der Praxis berichtet, was wirklich notwendig ist. Diese Erfahrung steckt heute im Gesetzentwurf.

Oliver Platz, Präsident der Architektenkammer: "Durch die Novellierung der Landesbauordnung entstehen insbesondere beim Bauen im Bestand neue Möglichkeiten, die wir grundsätzlich begrüßen. Positiv bewerten wir zudem, dass sich die LBO nun stärker an der Musterbauordnung orientiert. Wir begrüßen, dass mit dem Bremer Weg erste notwendige Vereinfachungen auf den Weg gebracht werden. Entscheidend ist jedoch, welche Wirkung die neuen Regelungen in der Praxis tatsächlich entfalten. Wir setzen uns dafür ein, dass schneller, einfacher und zugleich bezahlbar gebaut werden kann. Dabei darf die Baukultur und die Qualität unserer gebauten Umwelt nicht aus dem Blick geraten. Wichtige Aspekte wie gute Nachbarschaften, das Allgemeinwohl, Langlebigkeit sowie Klimaschutz und Klimaanpassung im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung müssen weiterhin angemessen berücksichtigt werden. Die Verantwortung dafür sehen wir auch künftig bei der öffentlichen Hand und den Planenden. Wir werden die weitere Entwicklung konstruktiv begleiten und aufmerksam verfolgen, welche Auswirkungen die beschlossenen Veränderungen in der Praxis tatsächlich haben."

Torsten Sasse, Präsident der Ingenieurkammer: "Die neue LBO ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Gerade die Umbauordnung wird positiv bewertet. Gleiches gilt für die Einrichtung der projektbezogenen Bauvorhabenskonferenz. Diese muss zügig zu konkreten, verbindlichen Ergebnissen führen, um ihre volle Wirkung zu entfalten: eindeutige Anforderungen für Bauherren und Planer, klare Checklisten, Minimierung von Zeitverlusten."

Dass sich etwas bewegt, zeigt sich schon jetzt. Wer ein Grundstück kaufte, wartete früher durchschnittlich über 30 Wochen auf die Umschreibung im Grundbuch. Heute sind es schon weitaus weniger, Anfang 2027 sollen es sechs bis acht Wochen sein. Bauanträge laufen seit Juli komplett digital. Und seit Mai bringt eine eigene Wohnungsbaukoordination festgefahrene Projekte wieder in Gang, in dem sie alle Beteiligten an einen Tisch holt. Ab Januar kommt die Bauvorhabenkonferenz dazu: komplexe Fragestellungen werden geklärt, bevor der erste Bauantrag geschrieben ist. Damit die neuen Regeln auch ankommen, planen Architektenkammer und Bauressort gemeinsam Fortbildungen.

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