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Der Senator für Kultur

Isländische Künstlerinnen stellen im Künstlerhaus Güterbahnhof aus

Achtung Redaktionen: Einladung Pressevorbesichtigung
Freitag, 26. Oktober 2018, 11 Uhr, die Künstlerinnen und der Kurator der Ausstellung Ingmar Lähnemann, Städtische Galerie Bremen, sind anwesend.

22.10.2018

Die Ausstellung "HAF" (Isländisch für Meer) ist Teil des Kulturprogramms "Bremen und Skandinavien" innerhalb des Europäischen Kulturerbejahres 2018 "Sharing Heritage", das die lange historische Verbindung Bremens zu Skandinavien in vielfältigen kulturellen Projekten beleuchtet.

Die aus Island stammenden Künstlerinnen Jónína Mjöll Thormodsdottir und Margrét Rós Hardardóttir verbindet außer ihrer akademischen Ausbildung an der Hochschule für Künste Bremen ihr thematischer und formaler Naturbezug. Mit Skulpturen und Installationen und einer Fotoarbeit bespielen sie die zwei Räume des Tor 40 im Künstlerhaus Güterbahnhof Bremen.

Den gesamten Ausstellungsraum überformt Margrét Rós Hardardóttir, indem sie die Fenster nach Süden gelb bemalt, die bisher von Graffiti verdunkelt waren. Nun geht kontinuierlich die Sonne im Raum auf. Zentral darin findet sich Hardardóttirs Installation eines riesigen Wasserfalls, der sich von der Decke bis zum Boden ergießt. Farbigkeit und Dynamik von Wasser werden suggeriert, doch es ist erkennbar, dass die Künstlerin diesen Wasserfall aus Wolle gearbeitet hat.

Jónína Mjöll Thormodsdottir zeigt ebenfalls große Skulpturen als Setzungen im Raum, allerdings nicht aus Naturmaterialien, sondern aus Styropor geschnitten. Sie lehnen an zwei Wänden. Was so groß wie ein Walknochen wirkt, ist die realistische Nachbildung eines Hühnerknochens, der sogenannten Glücksgabel, die hier zunächst einmal eine spannende skulpturale Form darstellt, jedoch immer als das zu erkennen ist, was sie ist. Damit wird nicht nur ein Vergänglichkeitssymbol geschaffen, sondern auch eine gesellschaftskritische Ebene bezüglich der Massentierhaltung und Fleischproduktion aufgerufen. Die Künstlerin nutzt die gleiche Form des Glücksgabelknochens darüber hinaus für kleinere Versionen aus Porzellan und für Plastiken, die aus einzelnen Knochen zusammengesetzt eine neue Form ergeben.

Beide Künstlerinnen finden für ihren Naturbezug poetische Formen, die teilweise ironische Ebenen beinhalten, jedoch immer auch hinsichtlich ihrer formalen Schönheit betrachtet werden können.

Eröffnung der Ausstellung: Sonnabend, 27. Oktober 2018, 18 Uhr

Die Ausstellung kann bis zum 25. November 2018, donnerstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr besichtigt werden.

Der Eintritt ist frei.