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Die Senatorin für Kinder und Bildung

Senatsempfang für 354 neue Lehrkräfte

Senatorin Bogedan: "Schule funktioniert nicht im Einzelkämpfermodus"

05.09.2019

Die Anwerbung von Fachkräften bleibt eine der größten Herausforderungen für die bremische Bildungslandschaft. Umso schöner, dass Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung, während des Senatsempfangs am Mittwoch (4. September) für neu eingestellte Lehrkräfte in eine gut gefüllte Obere Rathaushalle blicken konnte. Sie freue sich sehr über die neuen Lehrkräfte und stellte das Miteinander in den Mittelpunkt ihrer Begrüßungsrede. "Wir brauchen Rahmenbedingungen, mit denen alle Kinder die Chance haben, sich bestmöglich zu entfalten – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Elternhaus und ihrem sozialen Status. Das passiert unter anderem, indem sie auf Lehrkräfte stoßen, die in der Lage sind, zu erkennen wo die jeweiligen Potenziale und individuellen Stärken der Kinder liegen und wissen, wie diese weiterentwickelt werden können. Lehrerin oder Lehrer in Bremen zu sein bedeutet mehr als pure Wissensvermittlung zu organisieren. Sie sind Lernbegleiter, Talent-Scout und Teil eines Miteinanders. Schule funktioniert nicht im Einzelkämpfermodus, sondern nur eingebunden in eine gute Teamstruktur. Die Schule, die wir uns wünschen, ist eine, in der es nicht nur Lehrkräfte, sondern auch andere Professionen gibt. Die Schulsozialarbeit soll ständiger Bestandteil jeder Schule werden. Wir wollen, dass pädagogische Fachkräfte den Unterricht mitunterstützen und bereichern. Wir brauchen Sie alle, um mit verschiedenen Professionen auf die Kinder blicken zu können", sagte Bogedan.

Senatorin Claudia Bogedan begrüßt die neu eingestellten Lehrkräfte
Senatorin Claudia Bogedan begrüßt die neu eingestellten Lehrkräfte

Die Senatorin betonte auch, dass Lehrkräfte in Bremen in Schulen lehren, die inklusiv aber auch digital sind oder sein werden. "Es wird massiv darauf ankommen, dass Sie in der Lage sind, den didaktischen Mehrwert der digitalen Medien zu erkennen. Antworten auf diese Aufgabe können Sie nicht in Lehrbüchern finden. Wir müssen sie vielmehr miteinander entwickeln. Deshalb funktioniert die digitale Strategie in unserem Bundesland nicht Top-Down, sondern aus den Schulen heraus, von Kollegien getragen. Und dafür gibt es schon einige sehr beeindruckende Beispiele. Es geht nicht um Mehrarbeit, sondern dass Ihnen das digitale Handwerkszeug im Schulalltag nutzt. Wir freuen uns sehr, dass Sie sich dafür entschieden haben, Lehrerin oder Lehrer in Bremen zu werden. Ich wünsche Ihnen allen einen guten Start in unseren tollen Schulen, haben Sie Freude und passen Sie bitte auch auf sich auf", so Bogedan.

Jürgen Koopmann, Ex-Schulleiter der Oberschule Ronzelenstraße, gab Einblicke aus Schulsicht: "Für mich war Unterricht immer ein Dialog zwischen der Lehrkraft und dem Lernenden. Sie werden sich vielen Herausforderungen gegenübersehen, Sie werden in viele unterschiedliche Rollen schlüpfen. Sie sind Lehrperson, Berater, Moderator, Pädagoge, Konfliktmanager und vieles mehr." Nach der Ausbildung seien die Pädagogen freier, trügen aber auch große Verantwortung für die Lernenden, für sich selbst, die Schule und das Schulkonzept. "Seien Sie neugierig und offen, arbeiten Sie mit in den multiprofessionellen Teams. Sie tragen Neues in die Schulen hinein, was diese definitiv bereichert." Koopmann sprach sich für Mentoren in Schulen aus, die den neuen Lehrkräften als Ansprechpartner zur Verfügung stehen sollen. Und auch dafür, dass die Behörde den beschrittenen Weg der Kooperation mit den Schulen weiterentwickeln solle. Politik müsse für die finanziellen Spielräume sorgen, bestehende Ansprüche erfüllen zu können. Das gelte auch für die Ausstattung der Inklusion, zu der aber auch einige Kollegen ihre Haltung hinterfragen müssten. Der neu eingeschlagene Weg der Kooperation zwischen Behörde und Schulleitungen der Oberschulen und Grundschulen sei gut. Eckpunkte zur weiteren Arbeit seien festgehalten worden. "Hier ist erkennbar, dass sich die Behörde stärker mit der Schulwirklichkeit auseinandersetzt", so Koopmann.

Alicia Groß und Georgi Simeonov sorgten mit ihrer Musik für Begeisterung
Alicia Groß und Georgi Simeonov sorgten mit ihrer Musik für Begeisterung

Für Unterhaltung und Begeisterung sorgten Poetry-Slammer Sebastian Butte (Lehrer am Schulzentrum Blumenthal) mit seinen kritischen und witzigen Zeilen zum Lehrerdasein sowie Alicia Groß (Oberstufe Hamburger Straße) und Georgi Simeonov (Gesamtschule Mitte), zwei bemerkenswerte musikalische Talente mit fantastischen Gesangseinlagen.

Insgesamt waren 354 neue Lehrkräfte zum Senatsempfang eingeladen, davon 303 aus allgemeinbildenden und 51 aus beruflichen Schulen. 274 kommen aus Bremen, 71 aus anderen Bundesländern (neun ohne Angaben).

Ansprechpartnerin für die Medien:
Annette Kemp, Pressesprecherin bei der Senatorin für Kinder und Bildung, Tel.: (0421) 361-2853, E-Mail: annette.kemp@bildung.bremen.de

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen das Foto zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Senatorin für Kinder und Bildung
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