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Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

Mehr Summen, mehr Leben, mehr Lebensqualität für alle

Bremen verabschiedet die Biodiversitätsstrategie 2030 und das Insektenschutzprogramm 2030

01.04.2025

In Deutschland leben bis zu 33.300 Insektenarten. Käfer, Wildbienen und andere Insektengruppen bevölkern auch unseren urbanen Raum. Doch – jede vierte Insektenart steht heute auf der roten Liste, die biologische Vielfalt schrumpft. Der Bremer Senat will eine gesunde Stadtnatur schützen und hat heute (1. April 2025) die Biodiversitätsstrategie und das Insektenschutzprogramm 2030 beschlossen. Darin sind konkrete Maßnahmen beschrieben für eine für Mensch und Tier gesunde Stadtökologie.

Dazu die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Kathrin Moosdorf: "Unser Ziel ist es, dass sich Bremen und Bremerhaven im Einklang mit der Natur entwickeln. Auch unsere Kinder sollen eine artenreiche Natur in einer gesunden Stadt erleben können. Die heute beschlossenen Programme weisen uns den Weg dorthin. Sie sind ein wichtiger Beitrag für den Schutz wertvoller Lebensräume und eine lebenswerte Stadt für alle."

Der Rückgang der Biodiversität ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Biologische Vielfalt ist ein Schlüsselfaktor für die Funktionsfähigkeit und Stabilität von Ökosystemen. Sie ist wichtig für ein ausbalanciertes Klima und für eine funktionierende Produktion von Biomasse. Insekten sind zum einen Nahrungsquelle für viele Tiere, zum anderen sind sie für die Bestäubung von Pflanzen und damit der Produktion unserer Lebensmittel unerlässlich.

Um die biologische Vielfalt einschließlich der Insekten besser zu schützen, hat die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft mit der Beteiligung anderer Ressorts sowie von Naturschutzverbänden BUND und Nabu konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen entwickelt. Überall in der Stadt sichtbar sind sogenannte Blühflächen, die der Umweltbetrieb Bremen und das Gartenbauamt Bremerhaven bereits angelegt haben und weitere anlegen werden. Diese sind nicht nur schön anzusehen, sondern bieten Insekten und anderen Kleintieren Nahrung und Unterschlupf. Die Wildpflanzen sind oft mit Frühblühern wie Narzissen und Krokussen ergänzt, die aktuell vielerorts bewundert werden können. In dem Programm sind außerdem stadtnahe "Wilde Weiden" aufgeführt. Eine geringe Zahl an Rindern soll das Gelände strukturreich und offenhalten, sodass viele Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum vorfinden. Bereits in diesem Jahr bieten verschiedene Umweltbildungsträger Fortbildungen zur Artenkenntnis der Insekten an und geben konkrete Tipps, wie sie gefördert werden können. Mit wilden Ecken und Wildstauden mit ungefüllten Blüten, dekorativem Totholz und ähnlich einfachen Mitteln im Garten oder auf dem Balkon kann jeder etwas für die Insekten und viele weitere Tiere tun.

Die beiden Programme richten sich an öffentliche Stellen und an private Akteure. Durch ein gemeinsames Handeln von Bürgerinnen und Bürgern, Naturschutzorganisationen, der Landwirtschaft, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand kann der Rückgang der Insekten und der Verlust der biologischen Vielfalt gestoppt werden.

Dazu die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Kathrin Moosdorf: "Ich danke allen Beteiligten, die diese wichtigen Strategien für unser Land mitentwickelt haben. Hier in Bremen können wir darauf aufbauen, dass bereits viele Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, die Hochschulen und die vielen tausend Hobbygärtnerinnen und –gärtner diese Themen engagiert angehen. Auch für sie halten die Biodiversitätsstrategie und das Insektenschutzprogramm viele Anregungen bereit."

Die Maßnahmen sind mit jährlichen Haushaltsmitteln hinterlegt. Insgesamt sollen 4,4 Millionen Euro bis 2027 für die Umsetzung im Land und den beiden Stadtgemeinden aufgewendet werden. Hinzu kommen erhebliche Finanzmittel aus Bundesförderprogrammen, die das Land Bremen abrufen wird.

Hintergrund
Die Maßnahmen stehen im Einklang mit den nationalen und internationalen Bestrebungen zum Schutz der Biodiversität, wie sie in der Nationalen Biodiversitätsstrategie 2030, der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 und dem UN-Weltbiodiversitätsziel formuliert sind. Durch die Entwicklung lokaler Konzepte will das Land Bremen einen wichtigen Beitrag zum globalen Schutz der Artenvielfalt leisten und gleichzeitig einen lebenswerten Raum für seine Bürgerinnen und Bürger schaffen.

Weiterführende Links

Ansprechpartnerin für die Medien:
Ramona Schlee, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ramona.schlee@umwelt.bremen.de