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Die Senatorin für Kinder und Bildung

Verpackungs-"Künstler" im Übungslager

Senatorin Claudia Bogedan eröffnet praxisorientierten Lernort an der Berufsbildenden Schule für Einzelhandel und Logistik

21.11.2018

Wie funktioniert eine Luftkissen-Maschine? Was ist für eine moderne Inventur wichtig und was muss bei der Warenannahme beachtet werden? Im neuen Übungslager an der Berufsbildenden Schule für Einzelhandel und Logistik in der Vahr beantworteten Auszubildende diese und viele weitere Fragen. In zwei Räumen wurde das neue Übungslager als praxisorientierter Lernort zur Simulation betrieblicher Abläufe geschaffen.

Zwischen Regalen, Paletten, diversen Verpackungsmöglichkeiten und moderner Lager-Hard- und Software zeigten auskunftsfreudige Auszubildende Bildungssenatorin Dr. Claudia Bogedan und weiteren Gästen ihr bereits erlerntes Wissen. "Wir machen das Paket für den Versand fertig. Dazu müssen wir den Karton mit der zerbrechlichen Ware noch mit Luftpolstern bepacken", sagt Justin Jürgens und bedient die entsprechende Maschine. "Ein Meter mit kleinen Luftkissen reicht nicht, da müssen wir mehr machen", überschlägt er schnell die ihm gestellte Aufgabe. Und zack, schon ist das Paket von seinem "Kollegen" Merlin Boss fertig gepackt und mit Klebeband sowie Adresse und Lieferschein versehen. Beide sind im 3. Ausbildungsjahr zur Fachkraft für Lagerlogistik und haben damit ihren Wunschjob gefunden. "Die Arbeit ist vielfältig und macht echt Spaß", sind sich Jürgens und Bosse einig.

Informationen aus erster Hand (v.l) Schulleiter Robbin Hagen und Senatorin Claudia Bogedan lassen sich von den Auszubildenden Justin Jürgens und Merlin Boss einen Arbeitsbereich erklären., jpg, 120.1 KB
Informationen aus erster Hand (v.l) Schulleiter Robbin Hagen und Senatorin Claudia Bogedan lassen sich von den Auszubildenden Justin Jürgens und Merlin Boss einen Arbeitsbereich erklären.

An einem Regal mit vielen kleinen Boxen demonstrieren weitere Auszubildende, wie Inventur mittels Scanner erledigt wird. In den kleinen Kästen sind Schrauben und Nägel, die kritisch beäugt werden. "Manchmal wiegen wir die Ware, um zu erkennen, wie viel wir noch haben. Dazu müssen wir natürlich wissen, wie viel beispielsweise eine einzelne Schraube wiegt. Wenn wir es bei einer wissen, dann auch bei 24 oder 73. Über das Gewicht kommen wir an die Anzahl", erklären sie eifrig. Bei der fiktiven Warenannahme wird in mehreren Paketen nach Fehlern gesucht. "Wir sollen prüfen, ob die Pakete vollständig sind, die richtige Ware drin und nichts kaputt ist." Und tatsächlich statt schwarzer Schuhe wurden blaue Schuhe geschickt. "Das Paket geht Retour."

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Ein Blick durchs Regal. Ein Auszubildender präsentiert Lagerhaltung mit Listen.

Vor den interessanten Einblicken in die Logistik-Welt hatte Senatorin Bogedan die Bedeutung solcher praxisnahen Ausbildungsmöglichkeiten an Schulen betont. "Die Arbeitswelt wandelt sich in rasender Geschwindigkeit. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Berufsbildenden Schulen entsprechend mithalten können. Wir bilden junge Menschen heute für eine Arbeitswelt aus, von der wir teilweise gar nicht wissen, wie sie in Zukunft aussehen wird. Das erfordert ein hohes Maß an Flexibilität, auch in Berufsbildenden Schulen. Diese müssen in der Lage sein, junge Menschen auf die digitalisierte Arbeitswelt 4.0 vorzubereiten. Wir wollen das Duale System zukunftsfähig halten. Es ist das Rückgrat, das wir brauchen, um die Herausforderungen bewältigen zu können. Dafür muss der Unterricht an den Berufsbildenden Schulen anschaulich und in Handlungsfeldern organisiert sein. Einige Betriebe sind so spezialisiert, dass sie gar nicht die volle Bandbreite eines Berufes abbilden können. Deshalb ist es wichtig, dass Berufsbildende Schulen einen Teil dieser Aufgabe mit übernehmen und gemeinsam mit der Wirtschaft Wege finden, die Berufsfachlichkeit festzuhalten. Denn das macht unser Duales System so stark. Dafür werden wir international bewundert und brauchen solche praxisnahen Modelle wie dieses Übungslager."

Schulleiter Robbin Hagen bedankte sich für die Unterstützung: "Die Einrichtung des Übungslagers wurde uns durch Sonderinvestitionsmittel in Höhe von 40.000 Euro ermöglicht. Das ist nicht selbstverständlich, dafür danken wir sehr. Ergänzt wurde diese Summe durch schulische Mittel und durch Unternehmen der freien Wirtschaft. Das Zusammenspiel ist sehr gut. Wir könnten uns aber auch noch weitere Neuerungen vorstellen. Dazu gehören eine Halle, Platz dafür ist auf dem Schulhof, und ein Gabelstapler. Das Übungslager ist ein sehr guter erster Schritt für rund 450 Auszubildende im Bereich Logistik. Es ermöglicht einen ganzheitlichem, handlungsorientierten und schüleraktivierenden Lernfeldunterricht. Das gilt auch für zwei Berufsorientierungsklassen mit Sprachförderung für junge Geflüchtete mit der Fachrichtung Logistik. Sie nutzen das Übungslager ebenfalls und das mit viel Engagement."

Weitere Infos zur Berufsbildenden Schule für Einzelhandel und Logistik unter:
www.bs-einzelhandel.de

Fotos: Pressestelle SKB