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Der Senator für Kultur

Akten zur Entschädigung von NS-Unrecht bald online verfügbar

Bundesfinanzministerium fördert wichtiges Digitalisierungsprojekt des Staatsarchivs Bremen mit 1,2 Millionen Euro

24.03.2025

Die bremischen Akten zur Entschädigung von NS-Unrecht und damit einer der wichtigsten zeitgeschichtlichen Bestände des Staatsarchivs Bremen sollen bald online über das Themenportal Wiedergutmachung zugänglich sein. Das Bundesfinanzministerium hat durch eine Finanzierungszusage über 1,2 Millionen Euro dafür die Voraussetzungen geschaffen. Das bislang technisch und finanziell aufwändigste Digitalisierungsprojekt des Staatsarchivs Bremen soll Anfang 2028 abgeschlossen sein.

Unterlagen von Charles Gerber (1904-1960) aus dessen Entschädigungsverfahren.
Unterlagen von Charles Gerber (1904-1960) aus dessen Entschädigungsverfahren, StAB 4.54 – E 89. Foto: Staatsarchiv

In dem Projekt werden mehr als 8.000 personenbezogene Akten des Landesamts für Wiedergutmachung hochwertig gescannt, inhaltlich erschlossen und rechtssicher online gestellt. Damit erhalten Angehörige, Forscher und die interessierte Öffentlichkeit einen einfachen, digitalen Zugang zu den Verfahren, die NS-Verfolgte nach 1945 zum Ausgleich persönlicher Nachteile gegenüber dem Land Bremen angestrengt haben.

Dazu Bremens Bürgermeister und Kultursenator Dr. Andreas Bovenschulte: "Die Unterlagen sind sowohl zum Thema Wiedergutmachungspolitik der Bundesrepublik Deutschland als auch zum Thema Verfolgungspraxis des NS-Regimes ausgesprochen wertvoll und aussagekräftig. Mit dem Projekt wird ein wichtiger Bestandteil der Bremischen NS-Zeit digitalisiert und damit einfach verfügbar gemacht. Aus diesen Unterlagen geht hervor, wie Unrechtsregime unschuldige Menschen verfolgen. Damit ist dieser Beitrag des Bremer Staatsarchivs und des Bundesfinanzministeriums in den heutigen Zeiten aktueller denn je."

Sämtliche Erschließungsinformationen und die Digitalisate sollen über das Themenportal Wiedergutmachung online zugänglich sein. Auch das Archivinformationssystem Niedersachsen und Bremen "Arcinsys" wird eine Benutzung ermöglichen.

Gerber wurde während der NS-Zeit als Kommunist verfolgt und trat nach 1945 in den bremischen Polizeidienst ein.
Gerber wurde während der NS-Zeit als Kommunist verfolgt und trat nach 1945 in den bremischen Polizeidienst ein. Foto: Staatsarchiv

Das Bundesfinanzministerium ist seit den frühen 1950er Jahren zuständig für die Wiedergutmachung NS-Unrechts und hat jetzt als eine Folgeaufgabe das Themenportal Wiedergutmachung initiiert. Dieses Themenportal führt Informationen zu den einschlägigen Aktenbeständen des Bundes, der Länder und weiterer Stellen zusammen.

Für die Beteiligung des Staatsarchivs Bremen am Themenportal wurde im Dezember 2023 eine Verwaltungsvereinbarung zwischen der Freien Hansestadt Bremen und dem Bund geschlossen. Mit der Zusage des Bundes ist die bislang größte Fördersumme für ein Projekt des Staatsarchivs Bremen verbunden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an:
Staatsarchiv Bremen, Dr. Jörn Brinkhus, Tel.: (0421) 361-6226, E-Mail: joern.brinkhus@staatsarchiv.bremen.de

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen die Fotos zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Staatsarchiv Bremen

Ansprechpartner für die Medien:
Werner Wick, Pressesprecher beim Senator für Kultur, Tel.: (0421) 361-16173, E-Mail: werner.wick@kultur.bremen.de