Der europaweit ausgeschriebene Planungswettbewerb Architektur für die Neugestaltung des Bremer Konzerthauses "Die Glocke" hat seinen Sieger: Das renommierte Büro JSWD Architekten aus Köln und GINA Barcelona Architects aus Barcelona hat das Preisgericht mit seinem Entwurf überzeugt und einstimmig mit dem 1. Preis ausgezeichnet.
Ausschlaggebend war vor allem die klare und zurückhaltende Architektur, die sich harmonisch in die Nachbarschaft des UNESCO-Welterbe einfügt. Gleichzeitig setzt der Entwurf an diesem zentralen Standort einen gestalterischen Akzent, indem der renommierte Konzertsaal funktional und denkmalgerecht saniert und behutsam für die Stadt geöffnet wird. Ergänzt wird das Konzept durch neue Nutzungsbereiche wie den Musikerlebnisraum und moderne Workshopräume. Diese sollen der Glocke neue Veranstaltungsformate und Besuchergruppen erschließen und so ihre Zukunftsfähigkeit sichern.
Bürgermeister und Kultursenator Dr. Andreas Bovenschulte: "Der Architektur-Wettbewerb für die Glocke hat zu einem überzeugenden Ergebnis geführt. Die dringend notwendige Modernisierung mit bremischen und Bundesmitteln wird maßgeblich dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit und überregionale Strahlkraft des Konzerthauses weiter zu sichern und zu stärken. Ein darüber hinaus gehender Ausbau der Glocke müsste mit privatem Kapital erfolgen. Ich begrüße es sehr, dass sich für die Künstlerinnen und Künstler sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern werden. Das künstlerische Profil der Glocke wollen wir in Zukunft zudem mit einem Intendantenmodell stärken und noch weiter ausbauen."
Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation: "Es ist ein gutes Signal, dass wir einen Entwurf für die Modernisierung und Erweiterung der Glocke gefunden haben, der auf breite Zustimmung trifft – sowohl in der Jury als auch unter den Sachverständigen und Fachexpert:innen. Die Glocke selbst, die Domgemeinde, die Verkehrsbehörde und die Musikszene stehen hinter den Plänen. Besonders erfreulich ist, dass dieser Entwurf nicht nur funktional überzeugt, sondern auch die wirtschaftlichste Lösung darstellt. Klar ist aber auch: Dies ist erst der Anfang. Der Entwurf wird im weiteren Verlauf weiterentwickelt und angepasst, um eine bestmögliche Umsetzung zu gewährleisten. Jetzt geht es darum zu prüfen, welche Elemente wir tatsächlich realisieren können."
Özlem Ünsal, Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung: "Die Glocke, Bremens renommiertes Konzerthaus mit herausragender Akustik, prägt gemeinsam mit der Domsheide das kulturelle Zentrum der Stadt. Der Entwurf vereint die Glocke und die Domsheide harmonisch mit dem städtischen Raum und dem Verkehr. Die Aufenthaltsqualität des Platzes, eine durchdachte Erschließung und die Barrierefreiheit sind wesentliche Faktoren bei der Auswahl des Siegers."
JSWD Architekten, bekannt unter anderem für das Theaterhaus Junge Bühne in Dortmund und das Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel, sowie GINA Barcelona Architects, bekannt unter anderem für die Sanierung und den Umbau des Gran Teatre del Liceu in Barcelona, setzten sich gegen eine starke und zahlreiche Konkurrenz durch. Insgesamt hatten 60 Architekturbüros aus dem In- und Ausland ihr Interesse am Wettbewerb bekundet. In einer ersten Auswahlrunde wurden 16 Büros für die Teilnahme zugelassen, aus denen die Jury im Oktober 2024 sieben Finalisten bestimmte.
Die abschließende Sitzung des Preisgerichts fand gestern (Mittwoch, 5. Februar 2025) im Kleinen Saal der Glocke statt. Das 19-köpfige Gremium stand unter der Leitung der Architektinnen Prof. Rebecca Chestnutt und Louisa Hutton sowie Prof. Volker Staab. Zu den Mitgliedern gehörten unter anderem Senatsbaudirektorin Prof. Dr. Iris Reuther, Wirtschaftsstaatsrätin Maike Frese, Baustaatsrat Ralph Baumheier und Abteilungsleiter Andreas Mackeben. Auch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen war Teil der Jury. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Bundesbau Bremen waren als Gäste des Preisgerichts dabei. Darüber hinaus wurde das Gremium zusätzlich von mehr als 20 Sachverständigen und Fachexpertinnen und -experten unterstützt.
Auch die weiteren Platzierungen stehen fest:
Platz 2: heneghan peng architects aus Dublin
Platz 3: Snøhetta Oslo AS, Oslomit merz merz GmbH & Co. KG, Berlin
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