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Der Senator für Kultur | Sonstige

Ausstellung im Hafenmuseum entlarvt die Speer-Legende

Albert Speer in der Bundesrepublik - Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit

18.02.2025

Pressemitteilung der Landeszentrale für politische Bildung

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Im Gedenken an das 80-jährige Kriegsende präsentiert das Hafenmuseum Bremen vom 1. März bis 4. Mai 2025 anschaulich aufgearbeitete Forschungsergebnisse zu Albert Speer, die seine Lüge widerlegen, vom Holocaust nichts gewusst zu haben. Die Ausstellung wurde vom Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg entwickelt und für Bremen um die Rolle Speers in der Hansestadt erweitert. Sie wird gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Bremen und in Kooperation mit dem Bremer Zentrum für Baukultur und Erinnern für die Zukunft e.V. im Hafenmuseum Bremen (Am Speicher XI 1 // 28217 Bremen) gezeigt. Die Eröffnungsveranstaltung ist am Freitag, 28. Februar, 18 Uhr.

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Albert Speer war als führender Architekt und vor allem als Rüstungsminister einer der Haupttäter des NS-Regimes. Er war maßgeblich beteiligt an der Judenverfolgung, den Verbrechen in den Konzentrationslagern und der Ausbeutung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Schon in den Nürnberger Prozessen und während seiner Haft - vor allem aber seit seiner Entlassung im Oktober 1966 - leugnete er seine Beteiligung an den Verbrechen und zog sich auf die Rolle des unpolitischen Technokraten zurück: Er habe von nichts gewusst und sei unverschuldet in den Krieg hineingeraten. Dieses Narrativ wurde von der Gesellschaft lange Zeit bereitwillig angenommen.

Die Ausstellung entlarvt die Speer-Legende und stellt die Frage in den Mittelpunkt, warum diese über Jahrzehnte so große Resonanz in der Bundesrepublik fand. Experten-Interviews, Installationen, Fotos und Dokumente geben umfassende Antworten und machen den Umgang der Deutschen mit ihrer Vergangenheit sichtbar. Gleichzeitig werfen sie Fragen nach Bezügen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten auf.

Als einer der Hauptverantwortlichen für den Bau der U-Boot-Bunker "Valentin" in Farge und "Hornisse" in Gröpelingen hat Albert Speer auch in Bremen zerstörerische Spuren hinterlassen. Dr. Marcus Meyer, wissenschaftlicher Co-Leiter des Denkort Bunker Valentin, hat die Rolle Speers für die Ausstellung aufgearbeitet: "Die Bunker 'Hornisse' und mehr noch 'Valentin' sind ein Symbol für den 'Totalen Krieg'. Albert Speer war neben Karl Dönitz der Hauptverantwortliche für deren Bau und damit auch verantwortlich für die Ausbeutung und häufig auch den Tod von über 12.000 KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Speer war ein überzeugter Nationalsozialist, der alles daransetzte, den Krieg doch noch zu gewinnen - und zwar bis zum Schluss."

Die Ausstellung wird finanziell ermöglicht durch Unterstützung der Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co. KG, der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, der Conrad Naber Stiftung und dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA im Land Bremen.

Zur Eröffnung am Freitag, 28. Februar 2025, gibt es Beiträge und Gespräche mit Isabell Trommer (Hamburger Edition), Alexander Schmidt (Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände), Marcus Meyer (Denkort Bunker Valentin), moderiert von Jessica Fritz (Hafenmuseum Bremen).

Begleitprogramm und Führungen:

  • Donnerstag, 6. März, 20, City 46
    Speer goes to Hollywood
    Filmvorführung und Podiumsgespräch mit Marcus Meyer (Denkort Bunker Valentin), Anja Link (School of Architecture Bremen) und Holger Tepe (City 46)
  • Sonntag, 16. März, 11 Uhr
    Führung durch die Ausstellung
  • Donnerstag, 20. März, 18 Uhr
    Albert Speer: Eine deutsche Karriere
    Vortrag und Gespräch mit Magnus Brechtken, Historiker und Publizist
  • Dienstag, 25. März, 18 Uhr
    Albert Speer und KZ-Zwangsarbeit in Nordwestdeutschland
    Vortrag und Gespräch mit Marc Buggeln, Historiker und Publizist
  • Sonntag, 6. April, 11 Uhr
    Führung durch die Ausstellung
  • Donnerstag, 10. April, 18, Bremer Zentrum für Baukultur
    Bauen am nationalen Haus. Architektur als Identitätspolitik
    Vortrag und Gespräch mit Philipp Oswalt, Architekt und Publizist
  • Sonntag, 4. Mai, 16 Uhr
    Letzter Ausstellungstag mit Führung

Weitere Informationen:
Tobias Peters, Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Tel.: (0421) 361-2098, E-Mail: tobias.peters@lzpb.bremen.de

Ansprechpartner für die Medien:
Werner Wick, Pressesprecher beim Senator für Kultur, Tel.: (0421) 361-16173, E-Mail: werner.wick@kultur.bremen.de