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Die Senatorin für Kinder und Bildung

Schulteams stellen ihre Dosensatelliten in Bremen vor

CanSat-Wettbewerb gestartet

04.03.2025

Seit mehr als einem Jahrzehnt inspiriert der Deutsche CanSat-Wettbewerb, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitorganisiert, junge Talente, ihre eigenen Minisatelliten zu entwickeln. Am gestrigen Montagabend (3. März 2025) sind die Schulteams aus ganz Deutschland in der Hansestadt angekommen. Sie werden in dieser Woche in Bremen ihre wissenschaftlichen und technischen Projekte vorstellen.

Sascha Karolin Aulepp, so die Senatorin für Kinder und Bildung und Schirmherrin des Wettbewerbs: "Der Satellit in der Dose: Beim CanSat-Wettbewerb tauchen Schülerinnen und Schüler in die Welt der Raumfahrt ein und schicken ihre eingedosten Minisatelliten in den Himmel. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern die Neugierde und der Erfindergeist junger Menschen geweckt. Hier am Luft- und Raumfahrtstandort Bremen gestalten so Jahr für Jahr neue Talente mit ihren eigenen Minisatelliten die Zukunft der Wissenschaft und Technik aktiv mit."


Die Teams müssen auch eine Projekt- und Finanzplanung vorlegen und regelmäßige Berichte erstellen und ihre Ergebnisse präsentieren.
Die Teams müssen auch eine Projekt- und Finanzplanung vorlegen und regelmäßige Berichte erstellen und ihre Ergebnisse präsentieren. Foto: DLR

Die CanSats, auch "Dosensatelliten" genannt, werden in dieser Woche mithilfe einer Modellrakete auf eine Höhe von bis zu einem Kilometer befördert, um ihre individuellen wissenschaftlichen Missionen zu erfüllen. Dabei haben sich die Teams ganz unterschiedlichen Fragestellungen gewidmet. Zwei Teams gingen der Frage der Bewohnbarkeit fremder Himmelskörper nach. Dabei untersucht ein Team die Stärke des Magnetfeldes, welches eine entscheidende Rolle beim Schutz eines Planeten vor Sonnenwinden spielt. Ein weiteres Team konzentriert sich auf die Analyse der Atmosphäre und misst Parameter wie Feinstaub, Sauerstoff- und CO2-Konzentrationen, um Erkenntnisse über die Luftqualität und Umweltbedingungen zu gewinnen. Aber auch technische Herausforderungen machen die Schülerinnen und Schüler zum Thema. So möchte ein Team mittels autonom-ausfahrbaren Landebeinen eine sichere Landung gewährleisten und ein anderes sensible Solarzellen unbeschadet mit dem CanSat transportieren.

Ein Höhepunkt des Wettbewerbs wird der Raketenstart am Mittwoch (5. März 2025) ab etwa 11 Uhr, auf dem Flugplatz Rotenburg/Wümme sein, bei der die Minisatelliten (CanSats) der antretenden Teams mit Modellraketen auf bis zu einen Kilometer Höhe befördert werden.

Zum Wettbewerb

Ein CanSat ist ein Minisatellit in der Größe einer Getränkedose, der von Schülerinnen und Schülern entwickelt, gebaut und programmiert wird. Der Satellit wird mit einer Rakete auf etwa 700 Meter Höhe gebracht und führt während des Sinkflugs eine Primärmission (Messung von Luftdruck und Temperatur) sowie eine selbstgewählte Sekundärmission durch. Der Wettbewerb bietet Schülerinnen und Schülern praktische Erfahrungen in allen Phasen einer Raumfahrtmission, von der Planung bis zur Datenanalyse, zu machen.

Seit 2014 findet der Wettbewerb jährlich statt, mit einer abschließenden Startkampagne in Bremen, wo die Teams ihre Projekte präsentieren und die Raketenstarts durchführen. Die Teams erhalten auch Einblicke in die Bremer Raumfahrtinstitutionen und das Siegerteam wird zu einem Besuch bei der ESA eingeladen.


Es wird geschraubt, gelötet und getüftelt. Mit dem fertigen Dosensatelliten werden u.a. wichtige Umweltparameter gemessen.
Es wird geschraubt, gelötet und getüftelt. Mit dem fertigen "Dosensatelliten" werden u.a. wichtige Umweltparameter gemessen. Foto: DLR

Die Herausforderung für die Teams besteht darin, den CanSat zu entwickeln und zu bauen, wobei sie finanzielle Unterstützung vom Wettbewerb und Sponsoren erhalten. Die Teams müssen auch eine Projekt- und Finanzplanung vorlegen, regelmäßige Berichte erstellen und ihre Ergebnisse präsentieren. Eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit und Sponsorenwerbung werden in der Jury-Entscheidung ebenfalls berücksichtigt.

Die Teams

Bewerbungsschluss für den Wettbewerb 2025 war 6. Oktober 2024. Es hatten sich 20 Teams aus 7 Bundesländern und eine Schule aus Südafrika beworben. Unter den Bewerbungen war zunächst auch ein Team aus Bremen und ein Team aus Niedersachsen. Ein Expertengremium wählte schließlich folgende Teams für die Teilnahme aus:

  1. Ad Astra aus Darmstadt, Hessen
  2. AERO aus Vaihingen an der Enz, Baden-Württemberg
  3. Artemis III.14 aus Tuttlingen, Baden-Württemberg (ist inzwischen abgesprungen)
  4. Persephone aus Schwabmünchen, Bayern (ist inzwischen abgesprungen)
  5. Plexplore aus Schwalbach am Taunus, Hessen
  6. Polarity aus Bad Homburg, Hessen
  7. Sky2gather aus Kirchzarten, Baden-Württemberg
  8. Space Trek aus Darmstadt, Hessen
  9. WOTAN aus Neu-Isenburg, Hessen
  10. Zephyr aus Geisenheim, Hessen

Das Gewinnerteam wird am 7. März bekannt gegeben.

Die nächste Wettbewerbsrunde
Interessierte Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren können sich im August 2025 für den nächsten Wettbewerb bewerben. Teams mit mindestens vier Mitgliedern haben dann etwa sechs Monate Zeit, ihre kreativen Minisatelliten zu konzipieren, zu bauen und zu testen. Alle weiteren Informationen gibt es unter www.cansat.de.

Unterstützer

Der Deutsche CanSat Wettbewerb wird vom deutschen Bildungsbüro der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), ESERO Germany, koordiniert und mit nationalen und lokalen Partnern wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Institut für Aerospace-Technologie IAT der Hochschule Bremen, Space Rocket Technology GmbH, dem Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen und dem Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum organisiert.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Patricia Brandt, Pressesprecherin bei der Senatorin für Kinder und Bildung, Tel.: (0421) 361-2853, E-Mail: patricia.brandt@bildung.bremen.de