Die bremischen Häfen Bremen und Bremerhaven haben im Jahr 2024 einen seeseitigen Güterumschlag von insgesamt 61,9 Millionen Tonnen verzeichnet. Dies entspricht einem Wachstum von 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das belegt die anhaltende Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsstärke der bremischen Hafenstandorte trotz der herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.
Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation: "Unsere Häfen spielen eine zentrale Rolle in der Versorgungssicherheit von Industrie und Handel und damit für die deutsche Wirtschaft insgesamt. Dass wir in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ein solides Wachstum im Güterumschlag erzielen konnten, zeigt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Häfen und das Vertrauen der internationalen Reedereien in den Standort Bremen/Bremerhaven."
Die positive Entwicklung wurde insbesondere durch den Containerumschlag in Bremerhaven getragen. Mit 4,4 Millionen TEU (20-Fuß-Container) und einem Zuwachs von 6,3 Prozent (47,2 Millionen Tonnen/ +9,9 Prozent) konnte Bremerhaven ein überdurchschnittliches Wachstum im Vergleich zu den nordwesteuropäischen Wettbewerbshäfen verzeichnen. "Die Containerreedereien setzen weiterhin auf Bremerhaven als verlässlichen und leistungsstarken Hafenstandort. Dies ist ein starkes Signal für unsere Wettbewerbsfähigkeit", sagt Senatorin Vogt weiter.
Während Bremerhaven mit einem Gesamtumschlag von 51,2 Millionen Tonnen um 8,3 Prozent zulegen konnte, verzeichnete Bremen-Stadt einen Rückgang um 4 Prozent auf 10,7 Millionen Tonnen. Besonders der Massengutumschlag in Bremen war rückläufig, was vor allem auf die politisch gewollte Decarbonisierung der Industrie zurückzuführen ist.
Dämpfend auf die Gesamtentwicklung wirkte sich der Rückgang im Automobilumschlag aus. Mit 1,25 Millionen umgeschlagenen Fahrzeugen musste Bremerhaven ein Minus von 15,2 Prozent hinnehmen. Während der Export nur leicht um zwei Prozent zurückging, sank der Import drastisch um 35 Prozent. "Die Herausforderungen in der internationalen Automobilwirtschaft und der schwächelnde europäische Markt haben sich deutlich im Umschlag niedergeschlagen. Dennoch bleiben unsere Häfen ein zentraler Logistikstandort für die Automobilindustrie", erläutert die Hafensenatorin.
Mit Blick auf die Zukunft betont die Senatorin die Bedeutung der anstehenden Infrastrukturmaßnahmen: "Die geplante Vertiefung der Außenweser bleibt eine zentrale Aufgabe, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Häfen langfristig zu sichern. Daher setzen wir uns von Bremer Seite mit aller Kraft weiterhin für einen schnellen Prozess ein."
Die bremischen Häfen sind und bleiben ein verlässlicher Partner für Industrie, Handel und Konsumenten in Deutschland und Europa. "Unser Wachstum zeigt, dass unsere Strategie aufgeht: Wir setzen auf Innovation, Nachhaltigkeit und eine starke Hafeninfrastruktur, um auch in herausfordernden Zeiten erfolgreich zu sein", so die Hafensenatorin.
Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe zieht die Bilanz "arbeitsreich und nicht alltäglich": Mit zahlreichen großen Planungsaufträgen in den Auftragsbüchern – vom Neubau der Drehbrücke bis hin zu dem das nächste Jahrzehnt bestimmenden Hafen-Projekt – der Sanierung der Containerterminals 1 bis 3a – sowie vielen weiteren Projekten, habe die Hafenmanagementgesellschaft auch in Zukunft reichlich zu tun. Ein echtes Großvorhaben – die Sanierung der Columbuskaje – konnte 2024 abgeschlossen werden und der Erfolg dieser 80-Millionen-Euro-Investition ließ sich schon im Laufe der Baumaßnahme ablesen: "Nach dem Rekord in 2023, damals wurden insgesamt 320.000 Kreuzfahrtpassagiere an der Columbuskaje abgefertigt, konnte 2024 mit knapp 300.000 Passagieren an diesen Erfolg angeknüpft werden. Wir sind uns sicher: Trotz aller Unbekannten – wie etwa den Auswirkungen der angekündigten US-amerikanischen Zollpolitik - ist unser Hafen nicht nur im Kreuzfahrtsegment für die Zukunft gut aufgestellt. Das gilt insbesondere auch für den Containerumschlag, der 2025 vor allem auch durch die drei großen Player Maresk, MSC und Hapag Lloyd voraussichtlich auf deutlich über 5 Millionen TEU steigen wird", so Howe.
Ansprechpartner für die Medien:
Christoph Sonnenberg, Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, Tel.: (0421) 361-82909, E-Mail: christoph.sonnenberg@wht.bremen.de