"Wir begrüßen ein Bundessondervermögen für die Infrastruktur, in dem Bildung ganz vorne steht. Investitionen in öffentliche Infrastruktur und Bildungsgerechtigkeit erfordern den Einsatz des Bundes. Der Bereich Bildung sollte in einem Sondervermögen mindestens in der Größenordnung von 100 Milliarden Euro abgesichert werden, um die Ausweitung der Kapazitäten, den Ganztagsschulausbau und den Abbau des Sanierungsstaus abzusichern." So lautet der erste Satz des Bremer Appels, den die Senatorin für Kinder und Bildung, Sascha Karolin Aulepp, am Donnerstag (6. März 2025) in den Runden Tisch eingebracht hat.
Der Vorschlag stieß bei dem Gremium aus Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung auf große Resonanz.
Der Runde Tisch zu Bildungsgerechtigkeit in Bremen tagte am Donnerstag bereits zum zweiten Mal im Haus der Bürgerschaft. Zuvor hatten Arbeitsgruppen konkrete Vorschläge und Lösungen zu den Themen Bildungsinvestitionen und Personalgewinnung erarbeitet. Zudem gab es Ideen aus einer Arbeitsgruppe mit dem Titel "Labor der guten Ideen". An drei Stationen stellten Senatorin Sascha Karolin Aulepp und Staatsrat Torsten Klieme sowie Mitarbeiterinnen der Senatorin für Kinder und Bildung die Ergebnisse den Teilnehmenden vor. Anschließend gab es einen Impulsvortrag von Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Rudolf Hickel zum Sondervermögens Bildung.
Senatorin Sascha Karolin Aulepp zeigte sich begeistert: "Es gibt den gemeinsamen Konsens, dass der Bund Bremen unterstützen muss. Ebenso klar ist, dass wir hier in Bremen und Bremerhaven die Voraussetzung dafür schaffen müssen, diese Mittel durch eigene Anstrengungen auch zu binden. Es tut gut, zu sehen, mit welcher Ernsthaftigkeit alle Beteiligten im Interesse unserer Kinder nach dem besten Weg suchen. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch greifbare Ergebnisse produzieren werden."
Sascha Karolin Aulepp versprach, etliche Maßnahmen aus dem Labor der guten Ideen umzusetzen. Dafür drei Beispiele:
Staatsrat Torsten Klieme kündigte an, für die AG Bildungsbauinvestitionen ein Fünf-Jahres-Programm vorzulegen, das die notwendigen Projekte und die Dimension eines mittelfristigen Schulausbauprogramms umreißt. Für die Bereitstellung der Mittel und die Umsetzung dieses Programms müssen geeignete Wege gegangen werden, ohne dass die laufenden Haushalte über das Machbare hinaus eingeschränkt werden, gegebenenfalls auch unter Einbeziehung privatwirtschaftlichen Kapitals.
Auch bei dem Thema Personalgewinnung soll weiter vorangegangen werden. Sascha Karolin Aulepp kündigte an, gemeinsam mit Bremerhaven und der Universität auf Lehramtsstudierende zuzugehen, um sie in Bremen und Bremerhaven zu halten, und dafür auch das Praxissemester, das in Bremen bereits erfolgreicher Bestandteil des Studiums ist, zu nutzen. Zudem soll den Schulen ermöglicht werden, sich als Arbeitsort weiter zu öffnen: Es sollen künftig auch Lehrkräfte ohne zweites Staatsexamen und Ein-Unterrichtsfach-Lehrkräfte eingestellt werden. Das erfolgreiche Modellprojekt der "sozial geeigneten und erfahrenen Personen" als Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter im Bremer Norden soll ausgeweitet werden. Noch in diesem Jahr sollen bis zu 50 weitere Personen ausgesucht und qualifiziert werden, um als persönliche Assistenzen für spürbare Entlastung an den Schulen zu sorgen. Dabei sollen auch die Agentur für Arbeit und die Jobcenter in Bremen und Bremerhaven eine Rolle spielen.
Die Senatorin kündigte an, im Mai zur voraussichtlich abschließenden Sitzung des Runden Tisches einladen zu wollen. Bis dahin sollen die noch offenen Fragen in den Arbeitsgruppen besprochen und bearbeitet werden.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Patricia Brandt, Pressesprecherin bei der Senatorin für Kinder und Bildung, Tel.: (0421) 361-2853, E-Mail: patricia.brandt@bildung.bremen.de